21.07.2020 15:15 |

Gipfel nach Kuh-Urteil

Köstinger: „Niemand will gesperrte Wege und Almen“

Das Urteil des Obersten Gerichtshofes nach einer tödlichen Kuh-Attacke auf eine deutsche Touristin - dabei wurde dem Almbauern eine Teilschuld zugeschrieben - hat im Vorjahr für Wirbel gesorgt. Um die Wogen um die Nutzung der heimischen Almen zu glätten, lud Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Dienstag zu einem virtuellen Almgipfel. Die Ministerin mahnte dabei zu mehr Eigenverantwortung beim Wandern - ein neues Gütesiegel soll zudem die Wertschätzung für Almprodukte steigern.

Die Verunsicherung unter den Almbauern, aber auch bei den Touristen war nach dem Kuh-Urteil groß. Nach dem Treffen mit Vertretern der Almwirtschaft, des Tourismus und dem Alpenverein betonte Köstinger, es im Interesse aller, dass es ein gutes Miteinander zwischen allen Beteiligten gebe.

Ein wichtiger Schritt sei, dass Besucher auf den Almen mit Informationsmaterial über das richtige Verhalten aufgeklärt werden sollen. Das betreffe nicht nur ausländische Touristen, sondern auch einheimische Gäste. Das Material soll über Social-Media-Kanäle, aber auch klassische Medien und Tourismusverbände verteilt werden.

Mehr Eigenverantwortung
Ganz wesentlich sieht Köstinger dabei die Eigenverantwortung aller Beteiligten. Während sich Almbauern vor allem an Standards halten sollen (etwa durch die Ausschilderung von Muttervieh-Almen), brauche es eine Regelung, damit auch Wanderwege leichter verlegt werden dürfen, um das Almvieh weniger zu stören. Dadurch könnten Besucher gegebenenfalls Alternativrouten wählen - schließlich gingen die Vorfälle in der Vergangenheit oft auf Mutterkühe zurück, die ihre Kälber verteidigen wollten, erklärte Erich Schwärzler, Bundesobmann der Almwirtschaft.

Siegel für Almprodukte
Um der Almwirtschaft bessere Rahmenbedingungen zu ermöglichen, kündigte die Ministerin zudem ein neues Siegel für Almprodukte an. Dieses solle in Kooperation mit den Tourismusverbänden vor allem bei der Vermarktung helfen. Der Schriftzug „Von der Alm“ und die Abbildung eines Edelweißes sollen Käufern zeigen, dass es sich um von der AMA zertifizierte Produkte handelt. Diese würden aufgrund der höheren Produktionskosten auch etwas mehr kosten, so Schwärzler.

8000 bewirtschaftete Almen
Bereits Anfang Juli hatte Köstinger zu mehr Eigenverantwortung auf den Almen aufgerufen. Nach Ministeriumsangaben gibt es derzeit rund 8000 bewirtschaftete Almen in Österreich. Insgesamt treiben 5000 Landwirte ihr Vieh in höhere Lagen, wo dann rund 300.000 Rinder, 100.000 Schafe, 10.000 Pferde und 11.000 Ziegen auf den Almen zu finden sind.

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