Als ihm das AMS in Bregenz die Streichung der Notstandshilfe ankündigte, verlor ein Rumäne die Nerven und drohte der Institution, sie abzufackeln. Nun musste sich der Mann vor Gericht verantworten.
Der angeklagte Rumäne hatte dem AMS in Bregenz längere Zeit keinen geforderten Einstellungsnachweis erbracht. Stattdessen tischte er der Sachbearbeiterin immer neue Gründe auf, weshalb er nicht arbeiten gehen könne. Einmal war es die Trennung von der Freundin, ein andermal waren es sonstige persönliche Belastungen, die ihm eine Jobannahme unmöglich machten.
Am 25. März eskalierte das Gespräch mit der zuständigen Sachbearbeiterin. Denn die Streichung der Notstandshilfe stand im Raum, sollte der Arbeitsunwillige bis zum nächsten Kontrolltermin keinen Einstellungsnachweis vorlegen. Worauf der Rumäne ausrastete und damit drohte, das Haus anzuzünden, sollte ihm die Notstandshilfe gestrichen werden.
Sie kommen nach Österreich und genießen alle Vorteile. Würden sich alle so verhalten, wäre der Sozialstaat schon lange an die Wand gefahren.
Die Richterin zum Angeklagten
Was der Beschuldigte im Prozess bestritt. „Ich habe gesagt, ich werde die Sachbearbeiterin ,anzeigen’, weil sie ihren Job nicht richtig macht.“ Angezeigt habe er sie letztlich nicht. Von „anzünden“ habe er nie gesprochen. Die zuständige AMS-Mitarbeiterin blieb hingegen bei ihrer Darstellung. Der Mann sei während des Gesprächs immer aufgebrachter geworden. „Er hat mich nicht ausreden lassen, wurde immer lauter und hat am Schluss gesagt, dass er das AMS Bregenz anzünden werde“, schilderte sie. Ein damals hinzugezogener Kollege bestätigte im Zeugenstand die Drohung grundsätzlich.
Sprachbarrieren?
Die Verteidigung führte mögliche Sprachbarrieren ins Treffen und forderte einen Freispruch. Das sah Richterin Verena Wackerle anders und verurteilte den Rumänen wegen schwerer Nötigung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung. Eine Geldstrafe von 5400 Euro gab es obendrauf inklusive scharfer Kritik der Frau Rat. „Sie glauben, Ihnen gehört die Welt. Sie kommen nach Österreich und genießen alle Vorteile. Würden sich alle so verhalten, wäre der Sozialstaat schon lange an die Wand gefahren.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.