20.07.2020 12:38 |

Kahlschlag-Projekte

„Grüne Stadtregierung akute Gefahr für Grün-Oasen“

Besonderen Schutz genossen Bäume in Innsbruck, als die Grünen noch in Opposition waren. Auch heute wird betont, wie wichtig Grünflächen für das „Mikro-Klima“ der Stadt seien. Allerdings ist dieses durch drei konkrete Projekte der Stadt gefährdet. Die Anrainer leisten Widerstand, die Opposition spricht von Wortbruch.

Der massivste Eingriff ist sicherlich jener beim Sillufer. Im Bereich von der Friedensbrücke in Pradl flussaufwärts bis zur Olympiabrücke soll der Hochwasserschutz „ertüchtigt“ werden. Parallel dazu ist auf der östlichen Seite eine bis zu vier Meter breite Promenade geplant, die teils über Stadtgrund, teils durch private Gärten führen würde.

Anrainer kämpfen um Stadt-Grün
Bei einer vor kurzem im Rathaus anberaumten Verhandlung führten Anrainer der Hunoldstraße eine Vielzahl von Gründen ins Treffen, warum dieses Projekt völlig falsch und überdimensioniert ist. Die Errichtung der Promenade scheint unwahrscheinlich, weil dafür Private enteignet werden müssten.

Aber ein paralleler Zufahrtsweg auf Stadtgrund sowie der Hochwasserschutz sind realistisch: „Beides wird den uralten Baumbestand am Ufer vernichten“, klagen die Anrainer in der Hunoldstraße und fürchten um ihre „grüne Lunge“ vor der Haustür. Mit allen Mitteln wollen sie den Kahlschlag verhindern.

Schock im Westen in der Mandelsbergerstraße
Dasselbe Ziel haben auch die Anrainer des Mandelsbergerparks bei der Berufsschule: Hier sollen alte Bäume im Innenhof einer Parkplatzerweiterung weichen. „Vor knapp zwei Jahren hatten Bürgermeister Willi und Landesrat Tratter versprochen, die Bäume zu erhalten, nachdem es dort 2018 massive Anrainerproteste gegeben hatte. Jetzt wurden die ersten Bäume zur Errichtung von 100 Parkplätzen gefällt“, schlug ALI-GR Mesut Onay am Sonntag Alarm: „Hier werden die Anrainer enttäuscht und im Dunkeln gelassen.“

Ein neuer Bebauungsplan sei nicht vorgelegt worden. Durch den Wortbruch entstünde Unsicherheit: „Wir fordern umgehend Informationen über die Bau- und Rodungspläne im Park!“

Neuer Grillplatz auf Waldgrundstück
Massive Rodungen sind ebenfalls im Westen der Stadt geplant, und zwar in Kranebitten zwischen Campingplatz und Kaserne. Hier wird ein neuer Grillplatz entstehen - als Ersatz für jenen im Tumlerpark. In Bälde werden hier Motorsägen kreischen!

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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