Durch die Ereignisse der letzten Monate ist es für Verbraucher zunehmend schwieriger geworden, Kredite mit guten Konditionen zu erhalten. Denn Banken prüfen nach wie vor sehr genau, wer sich einen Kredit leisten kann. Hast du also vor, dir in nächster Zeit Geld auszuborgen, dann solltest du einige Punkte bereits im Vorfeld berücksichtigen, um bei der Bank in einem guten Licht zu erscheinen und bessere Konditionen wie z.B. niedrigere Zinsen zu erhalten.
Gut durchdacht
Deine Bank sollte den Eindruck bekommen, dass du dir dein Vorhaben gut überlegt hast. Du solltest daher schon einmal wissen, wie hoch die Kreditrate sein darf und wie sich dein Finanzierungsbedarf zusammensetzt, d.h. was wird renoviert, was wird gekauft? Die Nachhaltigkeit deines Vorhabens ist ebenfalls wichtig - stellst du dir vor, mit 10.000 Euro gerade mal eben auf Urlaub zu fahren, ist eine Genehmigung sehr fraglich. Brauchst du diese jedoch für Möbel oder eine Renovierung, sieht es schon anders aus, weil dadurch ein Wert hinter dem Vorhaben steckt.
Einnahmen & Ausgaben
Weiters solltest du Angaben zu deiner persönlichen Situation vorbereitet haben. Ein sehr wichtiges Kriterium ist die Frage deiner Berufstätigkeit. Bist du fest angestellt und verfügst über ein geregeltes Einkommen, dann hast du einen ersten Pluspunkt. Bei der Einreichung um einen Kredit musst du üblicherweise drei Gehaltsnachweise beibringen, die auch von der Bank beim Arbeitgeber überprüft werden. Ein lückenloser Lebenslauf kann ebenfalls dabei helfen, die Bank günstig zu stimmen.
Weiters sollte deine Kontoführung geregelt sein und sich mehrheitlich im Plus befinden. Das zeigt, dass du deine Kosten fest im Griff hast und mit deinem Geld gut umgehen kannst. Dazu trägt auch bei, wenn du von dir aus ein so genanntes Haushaltsbudget vorlegen kannst, das heißt, eine Übersicht deiner Einnahmen und Ausgaben, die jeden Monat anfallen. Du solltest auf jeden Fall einen frei verfügbaren Betrag pro Monat vorweisen können, der in die Finanzierung fließen kann. Bestehende Kredite oder Schulden bei Versandhausunternehmen wirken sich dagegen negativ aus.
Die richtige Vorbereitung
Auch ist es gut, Ersparnisse vorweisen zu können. Das hat gleich mehrere Effekte: Auf der einen Seite sieht die Bank, dass du in der Lage bist zu sparen und regelmäßig Beträge auf die Seite zu legen. Du zeigst damit praktisch, dass du bereits für eine Finanzierung geübt hast. Auf der anderen Seite steigt auch deine Bonität bei der Bank, da mehr Sicherheit vorhanden ist. Und wenn du dich entscheidest, diese Ersparnisse dafür zu verwenden, eine geringere Summe aufzunehmen, wird auch die Finanzierung günstiger. Denn borgst du dir weniger aus, musst du klarerweise auch weniger zurückzahlen. Bei großen Finanzierungsprojekten verlangt die Bank meist zwischen 20 und 30 Prozent der Darlehenssumme als Eigenmittel, die mit eingebracht werden müssen. Bei 100.000 Euro solltest du daher mindestens 20.000 Euro bereits angespart haben.
Weiters ist es für die Bank von größter Bedeutung, Sicherheiten für den ausgeliehenen Betrag zu bekommen, das heißt, Vermögenswerte, die im Falle deiner Zahlungsunfähigkeit zu Geld gemacht werden können. Dazu zählen beispielsweise Grundstücke, Wohnobjekte, Lebensversicherungen oder eben Ersparnisse. Je mehr hier für die Bank vorhanden ist, desto besser werden deine Konditionen, da sie für den Fall, dass du den Kredit nicht mehr bezahlen kannst, darauf zurückgreifen kann. Auch können Bürgen als Sicherheit eingebracht werden. Diese müssen aber ebenfalls über eine gute Bonität verfügen, um akzeptiert zu werden.
Privatsache?
Weiters sieht sich die Bank auch deine privaten Lebensumstände sehr genau an: Bist du geschieden oder in einer intakten Beziehung, bestenfalls sogar in einer Ehe? Hast du Kinder? Wie oft bist du umgezogen? Wie oft wechselst du deinen Job? Je unsteter dein Lebenswandel der Bank erscheint, desto schlechter die Konditionen.
Von all diesen Voraussetzungen ist es abhängig, zu welchen Bedingungen dein Antrag angenommen wird. Das kannst du beispielsweise am eingerechneten Aufschlag, der so genannten Marge ablesen: Liegt diese deutlich über 1,5 Prozent, kannst du davon ausgehen, dass deine Bonität schlecht eingeschätzt wurde. Solltest du mehrere Angebote eingeholt haben, vergleiche den Effektivzinssatz, da dieser auch alle Spesen und Gebühren berücksichtigt.
Ebenso solltest du beachten, dass alle Angebote, die du am Schalter erhältst, zunächst unverbindlich sind, da der Mitarbeiter in der Filiale über die Bewilligung in der Regel nicht entscheiden darf. Erst bei der tatsächlichen Einreichung wird klar, ob du den Kredit auch wirklich bewilligt bekommst. Je besser die Vorbereitung und dein Selbstmarketing - wozu nebenbei auch die Faktoren Kleidung und Auftreten zählen - desto größer deine Chancen.
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