01.07.2020 15:15 |

Kostenexplosion

Halleiner Millionenprojekt: Wohnhäuser regen auf

Ökologisch sinnvolles Vorhaben oder ein Millionenprojekt samt zweifelhafter Kostenexplosion: Die Sanierung zweier stadteigener Wohnhäuser bleibt in Hallein höchst umstritten. Ein runder Tisch soll nun Klarheit bringen. Bürgermeister Alexander Stangassinger (SPÖ) möchte das Projekt möglichst rasch stoppen.

„Smart City“. Diese zwei Worte lassen in Hallein weiter die Wogen hochgehen. Die Sanierung zweier stadteigenen Wohnhäuser mit dem innovativ klingenden Projektnamen kostet der Gemeinde viel Geld. Der Umbau samt energieeffizienter Fassade hätte laut Gemeindevertretungsbeschluss aus dem Jahr 2017 knapp 2,3 Millionen Euro kosten sollen. Mittlerweile hat das Projekt bereits 3,5 Millionen Euro verschlungen – Umbauarbeiten fanden aber erst an einem Haus statt. Politische Beschlüsse für die Mehrkosten gab es nicht.

Prüfbericht unter Verschluss

Wie es zu einer derartigen Kostenexplosion kommen konnte? Die Antwort darauf soll ein Prüfbericht geben, der Bürgermeister Alexander Stangassinger (SPÖ) bereits seit geraumer Zeit vorliegt. Die anderen Fraktionen kennen den Bericht nicht. „Warum er zurückgehalten wird, ist mir ein Rätsel. Unseren Wissensstand über das Projekt haben wir aus der Zeitung“, sagt ÖVP-Vizebürgermeister Florian Scheicher. Die Halleiner Grünen haben „Smart City“ per Antrag auf die Tagesordnung der heutigen Sitzung der Gemeindevertretung setzen lassen. „Der Bericht ist seit drei Monaten unter Verschluss, es braucht endlich eine offene Diskussion“, sagt Gemeindevertreter Wilfried Vogl.

Gesprächsrunde mit allen Projektbeteiligten

Bürgermeister Stangassinger – seit 2019 im Amt – will sich im Vorfeld der Gemeindevertretungssitzung zu „Smart City“ nicht wirklich äußern. „Es wurden bei dem Projekt in der Vergangenheit Fehler gemacht“, sagt Stangassinger. Fix: Am 17. Juli gibt es eine Gesprächsrunde mit sämtlichen Projektbeteiligten.

Schon vor mehreren Wochen erklärte der Bürgermeister gegenüber der „Krone“ das Millionenprojekt stoppen zu wollen. Dagegen gibt es Widerstände von ÖVP und den Grünen. „Das Ganze ist ökologisch höchst sinnvoll. Man darf es nicht einfach so schlecht reden“, sagt Vogl.

Nikolaus Klinger
Nikolaus Klinger
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