"Politik inoffiziell"

Troubles für Hypo: Betreiber verlässt Schlosshotel

Kärnten
01.09.2010 08:52
Als hätte die Hypo nicht schon genug am Hals: Ende September steigt der Betreiber des Schlosshotels Velden, die "Capella"-Gruppe, aus. Die Hypo wird den Luxusschuppen bis zum erhofften Verkauf – spätestens Ende 2010 soll es so weit sein – selbst betreiben. Getrennt hat man sich angeblich in gegenseitigem Einvernehmen: Beide Partner sollen voneinander nicht mehr allzu begeistert sein.

"Capella"-Chef Horst Schulze hat das Schlosshotel 2007 als erstes Haus der von ihm gegründeten Hotel-Gruppe in Betrieb genommen. "Entdeckt" hat Schulze der inzwischen inhaftierte Ex-Hypo-Boss Wolfgang Kulterer, der die Kooperation seinerzeit werbewirksam bei der weltgrößten Tourismusmesse in Berlin präsentierte. Inzwischen betreibt "Capella" sechs Luxusherbergen zwischen Singapur und Mexiko. Nur in Velden hat es nie richtig klappen wollen.

Pröll droht mit Zerschlagung der Hypo
Ziemlich harsche Worte für die Hypo fand Finanzminister Josef Pröll beim ORF-Sommerinterview. Sollte die Bank nicht nächstes Jahr "eine Nulllinie" erreicht haben, müsse man über die Zerschlagung und neue Strategien nachdenken.

Warum die Wiener Politiker so versessen darauf sind, die Bank zu zerschlagen, ist ebenso rätselhaft wie das Bestreben der EU, der Hypo ausgerechnet die einzige gewinnbringende Italien-Tochter wegzunehmen. Die EU begründet ihre Forderung nach dem Verkauf der Niederlassungen in Italien mit der angeblichen Wettbewerbsverzerrung durch den Staatszuschuss. Dafür müsse die Hypo nun "bestraft" werden.

Zusätzlich soll auch noch die Hypo Montenegro auf den Markt – ausgerechnet jenes Land, das die besten Chancen hat, bald in die EU aufgenommen zu werden, was sich positiv auf das Geschäft auswirken würde. Gleichzeitig werden in Brüssel aber Zweifel angemeldet, ob sich die Hypo nachhaltig erholen kann. Ohne den Zwangsabverkauf hätte die Bank es sicher leichter.

Hypo bald nur noch halb so groß
Bis 2014 soll sie nur noch halb so groß sein wie bisher. Der Verkauf von Beteiligungen soll auch der Abarbeitung der Landeshaftung dienen. Ende 2009 haftete das Land mit 19,4 Milliarden Euro für Kredite, die von der Bank im Laufe der Jahre aufgenommen wurden. Da die Landeshaftung 2017 – auch auf Wunsch der EU – auszulaufen hat, muss dieses Geld bis dahin zurückgezahlt werden. Schlimmstenfalls indem die Hypo neuerliche Kredite aufnimmt.

Die Meinungen über die Landeshaftung gehen weit auseinander: Die einen regen sich auf, wie das Land diese enorme Verschuldung eingehen habe können, für die anderen hat die Haftung nur nominelle Bedeutung. Die Wahrheit wird dazwischen liegen.

"Politik inoffiziell" von Waltraud Dengel, "Kärntner Krone"

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