23.06.2020 12:11 |

Deutlicher Rückgang

326.000 Personen weniger in Corona-Kurzarbeit

Zum ersten Mal seit dem Höhepunkt der Corona-Krise liegt die Zahl der in Kurzarbeit gemeldeten Österreicher wieder unter einer Million. Aktuell befinden sich noch 812.745 Menschen in Kurzarbeit, berichtete Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) am Dienstag. Damit sind rund 326.000 Personen weniger in Kurzarbeit als in der Vorwoche. Auch die Arbeitslosenzahlen seien weiter zurückgegangen. 

Aschbacher begründete den Rückgang bei der Kurzarbeit mit vergleichsweise wenigen Verlängerungsanträgen. Erst 17.000 der insgesamt 110.000 Firmen haben die Kurzarbeit für weitere drei Monate beantragt. Für Verlängerungsanträge sei noch eine Woche Zeit, so Aschbacher in einer Pressekonferenz.

„Es könnte sein, dass das eine oder andere Unternehmen die Kurzarbeit noch verlängert“, erklärte Aschbacher. „Viele Unternehmen sagen aber, es ist nicht mehr notwendig.“ Mitte Juni sei in vielen Betrieben die Kurzarbeit ausgelaufen - dort kann bis Mitte Juli nachträglich verlängert werden.

Gespräche zu Verlängerung der Kurzarbeit
Den laufenden Gesprächen über eine Verlängerung der Corona-Kurzarbeit über den Sommer hinaus wollte Aschbacher „medial nicht vorgreifen“. Die Ministerin stellte aber fest, dass bestimmte Branchen länger oder zeitverzögert betroffen sind. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) kündigte an, mehrere Lehrberufe zu modernisieren und appellierte an die Firmen, trotz Krise Lehrlinge einzustellen.

Auch Arbeitslosenzahlen sinken weiter
Auch die Arbeitslosenzahlen gehen weiter zurück. Derzeit sind 422.765 Personen beim AMS arbeitslos gemeldet und 47.611 Personen befinden sich in Schulung. In Summe sind das 470.376 und 10.520 weniger als in der Vorwoche. Im Vergleich zum Höhepunkt der Krise Mitte April ist das ein Rückgang von 118.000 Personen.

Mahrer gegen Arbeitszeitverkürzung
Auch in der Wirtschaftskammer fand am Dienstag ein Pressegespräch zum Thema Kurzarbeit statt. Präsident Harald Mahrer plädierte dafür, sich in den Verhandlungen zu einem neuen Corona-Kurzarbeitsmodell nicht auf eine Debatte über eine generelle Verkürzung der Arbeitszeit auf 35 Stunden einlassen. „Ich spreche mich dezidiert und klar gegen jegliche Form der Arbeitszeitverkürzung aus.“ Die Gewerkschaft GPA forderte indes in gewissen Fällen eine geförderte Arbeitszeitverkürzung.

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