19.06.2020 11:00 |

Asphalt oder nicht?

Verbannung der Radler von Bundesstraße fraglich

Weil für viele Pendler die Radfahrer auf der Mieminger Bundesstraße ein Verkehrshindernis darstellen, hoffen diese auf ein Radfahrverbot. Voraussetzung ist allerdings, dass der neue Gurgltal-Radweg durchgehend für „Straßenräder“ befahrbar ist. Eine komplette Asphaltierung scheiterte bislang an der Behörde, nun gibt’s eine neue Chance.

Sie ist teilweise sehr eng, die Bundesstraße 189 zwischen Nassereith und Imst. So eng, dass sich ein Lkw hinter einem Radfahrer „anstellen“ muss. Das regt seit Jahren viele Pendler auf. Doch seit zwei Jahren gibt’s Hoffnung! Diese Hoffnung nährt ein nicht ganz billiges Projekt des hiesigen Tourismusverbandes: Rund eine Million Euro spendierte Imst Tourismus – natürlich inklusive Förderungen – für den neuen Radweg, die „Tschirgantrunde“. Der wunderschöne Bikerweg im Gurgltal wurde voriges Jahr feierlich eröffnet. Es fehlte allerdings eine „Kleinigkeit“, die bis heute nach wie vor fehlt. Ein rund 200 Meter langes Teilstück Nähe „Driving Village“ ist noch nicht asphaltiert. „Wenn überall Asphalt aufgetragen ist, wird ein Fahrverbot für Radfahrer auf der Bundesstraße kommen“, verkündeten damals die Verantwortlichen.

Neue Lage, neuer Anlauf
Ja wenn! Eine durchgehende Asphaltierung gefiel aber der Naturschutzbehörde nicht. „Um die naturschutzrechtliche Bewilligung zu bekommen, mussten wir dieses Teilstück asphaltfrei einreichen“, sagt TVB-GF Thomas Köhle, „aktuell ist der plötzlich beginnende Schotterweg aber für die Biker ziemlich gefährlich.“ Nach langen Recherchen erfragte man einen Alternativbelag: Feinplanie, auf der auch „Straßenräder“ fahren können.
Doch vor Kurzem eine Meldung, die die Situation völlig ändern könnte: Auch im Ötztal sollte der Radweg durchgehend asphaltiert werden. Der diesbezüglich positive Umweltbescheid der BH Imst wurde von der Landesumweltanwaltschaft beeinsprucht. Das Landesverwaltungsgericht wies allerdings diese Beschwerde ab. „Wir beraten nun, ob wir einen zweiten Anlauf nehmen, die Teilstücke – es gibt nämlich noch zwei – mit normaler Asphaltierung neu einzureichen“, stellt Köhle im „Krone“-Gespräch in Aussicht. Ob dann allerdings die Voraussetzungen für ein Radfahrverbot auf der B 189 gegeben sind, ist mehr als fraglich. „Ein solches Verbot ist schwer umsetzbar“, sieht Andreas Nagele von der Bezirkshauptmannschaft eher wenig Chancen. Auch der Tarrenzer BM Rudolf Köll ist skeptisch: „Das wird aus meiner Sicht nicht kommen.“

Hubert Daum
Hubert Daum
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