14.06.2020 15:01 |

Flaschen als Waffen

Massenschlägerei mit zehn Verletzten in Wien

Bei einer Massenschlägerei in Wien-Leopoldstadt sind am Samstag zehn Personen verletzt worden, zwei davon schwer. Auslöser dürfte gewesen sein, dass eine Gruppe von mehreren Männern einen Österreicher (26) wegen einer körperlich-geistigen Beeinträchtigung beleidigt und geschubst hatte. Zwei weitere Männer wollten zu Hilfe kommen und wurden attackiert. Auch ein Polizist wurde verletzt.

„Die Rauferei eskalierte gegen 6.30 Uhr auf der Salztorbrücke über den Donaukanal“, erläuterte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Der 26-Jährige hatte sich zuvor von der größeren Gruppe, die ihn gestoßen und beleidigt hatte, entfernt und beobachtet, dass nun zwei Männer in einen Kampf mit der Gruppe verwickelt waren. Daraufhin rief der Mann die Polizei.

Polizist kassiert Faustschlag
Als die Exekutive eintraf, mussten die Beamten eine Vierergruppe von dem Duo trennen. Einer der beiden Männer, die zuvor dem 26-Jährigen helfen wollten, schlug einem Polizisten mit der Faust ins Gesicht. Er wurde festgenommen, behauptete aber laut Eidenberger, das Gegenüber nicht als Polizisten wahrgenommen zu haben und dass er keinen Beamten angreifen wollte.

Glasflaschen als Waffen
„Während der Amtshandlung ergriff ein Mitglied der Vierergruppe plötzlich eine Glasflasche und ging auf die Zweiergruppe los“, berichtete Eidenberger. Dieser Angriff wurde von den Polizisten unterbunden. Aufgrund von Zeugenaussagen und herumliegender Scherben war jedoch laut Eidenberger davon auszugehen, dass bereits vorher Glasflaschen als Waffen verwendet worden waren.

Knochenbruch, Schädel-Hirn-Trauma
Während der Rettungsdienst die Verletzten - inklusive des Beamten - versorgte, wurden von Polizisten am Treppelweg des Donaukanals drei weitere Verletzte entdeckt. Sie dürften ebenfalls an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein und zu der Gruppe gehören, die den 26-Jährigen gestoßen und beleidigt hatte. Alle neun an der Rauferei beteiligten Verdächtigen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren sowie der Polizist wurden verletzt. Einer der Männer wurde mit einem Schädel-Hirn-Trauma im Spital behandelt, ein weiterer wegen eines Jochbeinbruchs.

Die Befragungen gestalteten sich laut Polizei aufgrund sprachlicher Barrieren schwierig. Die Männer der größeren Gruppe stammten aus Somalia und Äthiopien. Bei dem Duo stammte der Festgenommene aus Syrien, die Nationalität des zweiten Mannes war noch nicht genau geklärt. Der 26-jährige Österreicher gab jedenfalls an, dass ihn das Duo nach den Beleidigungen verteidigen wollte. Auch der Syrer sagte aus, er sei dem 26-Jährigen zu Hilfe gekommen.

Großeinsatz für Rettung, Polizei und MA 48
An dem Einsatz waren Besatzungen von insgesamt 13 Funkstreifenwagen beteiligt, erläuterte Eidenberger. Von der Wiener Berufsrettung waren fünf Teams an Ort und Stelle, sagte Pressesprecherin Corina Had. Nach Beendigung der Amtshandlungen und dem Abtransport der Verletzten wurde die Straßenreinigung der MA 48 hinzugezogen, um Glasscherben und Blutspuren zu beseitigen.

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