02.06.2020 07:00 |

SPÖ fordert Maßnahmen

Debatte um Kindergärten: Druck auf das Land wächst

Die Stadt Salzburg hat es vorgemacht und lässt die Kindergärten und Krabbelgruppen in den Sommermonaten deutlich länger geöffnet als in den vergangenen Jahren. Ziehen weitere Gemeinden nach? Der Druck wächst, wird die Sommerbetreuung angesichts der Coronakrise doch für viele Eltern zur Herausforderung.

Die strengen Corona-Maßnahmen der Bundesregierung brachten Eltern an ihre Grenzen: Knapp zwei Monate mussten sie die Betreuung ihrer Kinder privat organisieren und waren oft gezwungen, ihren Urlaub und Überstunden abzubauen. Die nächste Herausforderung wartet schon – starten doch in sechs Wochen die Sommerferien.

Landesrätin Andrea Klambauer (Neos) hat zwar bereits angekündigt, die Betreuungsangebote in den Sommermonaten stark auszubauen. Ihre genauen Pläne hat Klambauer aber noch nicht präsentiert. Der SPÖ und den Grünen geht das zu langsam. Beide fordern konkrete Maßnahmen – und das möglichst schnell.

Jeder dritte Kindergarten bleibt neun Wochen zu
„Die Kindergärten im Bundesland sollten maximal drei Wochen im Sommer geschlossen sein“, sagt Landtagsabgeordneter Simon Heilig-Hofbauer (Grüne). Ein Blick in die Landesstatistik zeigt: Im Kindergartenjahr 2019/20 haben knapp die Hälfte der Krabbelgruppen, Kindergärten und Alterserweiterten Gruppen des Bundeslandes weniger als 47 Wochen im Jahr geöffnet. Das bedeutet: Sie bleiben mindestens fünf Wochen pro Jahr geschlossen. Knapp ein Drittel aller Kindergärten des Landes haben mindestens neun Wochen pro Jahr geschlossen – oftmals mehrere Wochen geblockt im Sommer. Nur vier Prozent aller Betriebe haben ganzjährig geöffnet. „Es braucht also rasch Lösungen. Viele Eltern haben im Zuge der Coronakrise schon viel von ihrem Jahresurlaub verbraucht“, sagt Heilig-Hofbauer.

Größere Flexibilität für die Pädagoginnen?
Für die Kindergarten-Pädagoginnen würden derartige Überlegungen freilich deutlich mehr Arbeit in den Sommermonaten bedeuten. Für Heilig-Hofbauer muss das aber kein Nachteil sein: „Wenn die Betriebe im Sommer zu haben, müssen sie ihren Urlaub geblockt nehmen. So wären sie in ihrer Urlaubsgestaltung flexibler“, sagt Heilig-Hofbauer.

Die Stadt Salzburg hat bereits reagiert: Deren 50 Einrichtungen werden im Sommer gestaffelt lediglich zwei Wochen geschlossen haben. Die Salzburger SPÖ hofft, dass viele weitere Gemeinden ähnliche Pläne ausarbeiten. „Man muss halt ein bisschen kreativ sein“, sagt Familiensprecherin Karin Dollinger. Denn: „Mehrere Nachbargemeinden können sich ja zusammen tun, dann ist das auch im ländlichen Raum schaffbar.“

Die SPÖ hat indes im Landtag einen Antrag eingebracht, der Kindern ein kostenloses Sommer-Ferienangebot garantieren soll. Dollinger: „Bisher gab es von der Landesregierung nur Ankündigungen.“

Nikolaus Klinger
Nikolaus Klinger
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