11.05.2020 20:22 |

Betreuer positiv

Coronavirus-Alarm in Wiener Kindergarten

Unterschiede bei der Maskenpflicht, Unterschiede bei der Gruppengröße, Unterschiede bei den Öffnungszeiten, Unterschiede bei den Hygienemaßnahmen: Österreichs Kindergärten können sich, anders als die Schulen des Landes, nicht auf ein einheitliches Coronavirus-Regelwerk verlassen, wenn jetzt wieder mehr und mehr Kinder betreut werden müssen. Die Angst vor einem „Kindergarten-Chaos“ ist bei den Betroffenen entsprechend groß. Wenig erfreulich mit Blick auf die Sorge vor einer zweiten Virus-Welle auch die jüngsten Entwicklungen in Wien, wo am Montag öffentlich wurde, dass ein Kindergarten wegen einer Corona-Infektion vorübergehend geschlossen werden musste. Laut Krisenstab der Stadt Wien handelt es sich bei dem Infizierten um einen Betreuer.

Die betroffene Betreuungseinrichtung der Wiener Kinderfreunde in der Carlbergergasse im 23. Wiener Gemeindebezirk habe einen positiv getesteten Covid-19-Fall und bleibe deshalb ab Dienstag „vorübergehend geschlossen“, hieß es am Montagabend in einem Bericht von „Wien heute“. Der Betreuer hatte seit Freitag Symptome verspürt, nun lag sein positives Testergebnis vor, sagte der Sprecher des medizinischen Krisenstabs der Stadt Wien, Andreas Huber, der APA. Am Montag wurden die Eltern der Kinder kontaktiert, die Einrichtung in Liesing bleibt bis auf Weiteres geschlossen.

Neben dem infizierten Betreuer wird eine weitere Person in einem Schreiben der MA 15 (Gesundheitsdienst der Stadt Wien), das dem ORF vorliegt, als Verdachtsfall genannt. Wo sich die Personen angesteckt haben, war vorerst nicht bekannt. Der positiv getestete Betreuer war in der gesamten vergangenen Woche in dem Kindergarten im Einsatz. Nun werde eruiert, wer mit dem Mann näher Kontakt hatte, sagte Huber. Die anderen Mitarbeiter werden getestet, den Eltern der betroffenen Kindern wird das nun ebenfalls angeboten. In der Einrichtung waren zuletzt 35 Kinder untergebracht.

Personalvertreter befürchten „Kindergarten“-Chaos
Kindergärten sind, anderes als die Schulen, Ländersache. So kommt es, dass etwa in Wien nicht einheitlich geregelt ist, wie der Betrieb in den Tagesbetreuungseinrichtungen jetzt angesichts der Zunahme der Zahl an zu betreuenden Kindern im Zuge der Lockerungen der Corona-Maßnahmen funktionieren soll. Diesbezüglich hatte bereits Österreichs Kindergarten-Personal Alarm geschlagen und vor einem drohenden „Kindergarten-Chaos“ gewarnt, wenn jetzt wieder die Mehrheit der Kinder in die Betreuungsstätten zurückkehren würden.

Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) hatte in der Vorwoche angekündigt, dass es bei den städtischen Kindergärten je nach baulicher Gegebenheit eigene „Bring- und Abholstationen“ geben werde, um „Stauzonen“ zu vermeiden. Bis Ende der Woche sollen die 350 städtischen Kindergärten und mehr als 380 Schulen, aber auch 1300 private Kinderbetreuungseinrichtungen 130.000 Masken - 30.000 davon nur für Kids -, Desinfektionsmittel samt zugehöriger Spender und Einweghandschuhen erhalten.

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