12.05.2020 06:30 |

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Kurios: Blasmusik mit Mund-Nasen-Schutz?

„Polka für Dich“! Wie lange noch nicht? Während die Wirtschaft langsam wieder hochgefahren wird, bedeuten die neuen Covid-19-Maßnahmen des Sozialministeriums offenbar das Aus für Blasmusiker. 5300 Musiker der 129 Blasmusikkapellen im Land sind  in Aufruhr. Österreichweit betrifft das 150.000 Blasmusiker in insgesamt 2163 Musikvereinen. Im Klartext bedeuten die Mundschutz-Maßnahme und die Abstandsregel für sie den Todesstoß.

„Wir haben das Gefühl, dass wir nicht richtig ernst genommen werden. Wir haben vom österreichischen Blasmusikerverband aus gemeinsam eine Anfrage im Sozialministerium gestellt. Das betrifft die Planbarkeit von Proben und Veranstaltungen von 2160 Musikvereinen“, betont der Landesobmann des Kärntner Blasmusikerverbandes, Horst Baumgartner, auch Direktor der Musikschule Feldkirchen.

Der letzte Stand ist, dass Proben mit zehn Musikern statt finden dürfen, allerdings nur mit zwei Meter Abstand und Mundschutz. „Blasmusikinstrumente sind keine Virenschleuder. Es gibt sogar Studien darüber.“ Die Regel, die laut Ministerium derzeit aufliegen, bedeuten: „Proben bei unseren Kapellen fallen aus, es ist nicht möglich mit Mundschutz zu spielen.“

Das sieht auch der Blasmusiker Johannes Ogris, der mit seinem Vater Hans mit dem Stück „Polka für Dich“ für die „Kärntner Krone“ experimentiert hat, so. Mit derTuba und der Klarinette wurde die Probe aufs Exempel gemacht. Vater und Sohn: „Es ist doch absurd, ein Hohn für Bläser so etwas am Papier überhaupt vorzuschlagen.“ Eine Möglichkeit wäre noch ein Loch in den Mundschutz zu schneiden und das Mundstück durch zu fädeln.

Todesstoß für Vereine
Ogris, Tubalehrer an der Musikschule Klagenfurt: „Da würden alle Musiker nach kürzester Zeit kollabieren. Wie es aussieht ist das der Todesstoß für die Vereine die Großteils aus ehrenamtlichen Musikern bestehen.“ Denn auch die Abstandregel ist bei Musikern schwer durchführbar: „Da tun sich sogar Profis im Zusammenspiel verdammt schwer, das ein Stück klanglich hörbar wird. Musik besteht aus dem Zusammenspiel.“

Für die Gurktaler Bauernkapelle Isopp, mit 16 Musikern eine der kleinsten im Land, wäre die derzeitige Regel dennoch durchführbar. Johannes Ogris: „Das geht aber nur da wir so wenig Leute sind.“ Die meisten Kapellen haben über 30 bis 50 Musiker in der Kapelle sitzen. Baumgartner: „Die Gesetzeslage ist nebulos, da wird klar spürbar, das Kultur und Tradition keinen Stellenwert hat.“

Wiederaufnahme des Kulturbetriebes
Der Landesobmannsorgt sich, dass sich Traditionsvereine auflösen werden. Seitens der FPÖ stellt sich FP-Obmann Gernot Darmann hinter die Musiker. Er fordert umgehend eine geordnete Wiederaufnahme des Kulturbetriebes ein: „Der zuständigen grünen Staatssekretärin Lunacek wird bereits von Kulturschaffenden der Marsch geblasen. Es muss doch realisierbar sein, dass ein Blasmusikinstrument mit Mundschutz nicht spielbar ist.“

Gerlinde Schager, Kärntner Krone

 Kärntner Krone
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