08.05.2020 03:27 |

Unbewaffnetes Opfer

Jogger getötet: Schütze und Vater festgenommen

Die in einem Video festgehaltenen tödlichen Schüsse auf einen schwarzen Jogger durch zwei weiße Männer im US-Bundesstaat Georgia sorgen weit über die Grenzen der USA hinaus für Entsetzen. Die beiden Männer - der 64-jährige Gregory McMichael und sein Sohn (34) - wurden festgenommen. Ihnen werde schwere Körperverletzung und Mord zur Last gelegt, erklärte das Kriminalamt GBI am Donnerstagabend. Der Sohn wird beschuldigt, die tödlichen Schüsse auf Ahmoud Arbery abgegeben zu haben. Der designierte US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden forderte eine umfassende Aufklärung der Tat, die er als „kaltblütigen Mord“ beschrieb.

Der Vorfall hatte sich bereits Ende Februar ereignet, sorgte aber erst jetzt durch die Veröffentlichung eines Videos für Aufsehen. Darauf ist der Afroamerikaner Ahmaud Arbery nahe der Stadt Brunswick beim Joggen zu sehen. Als er um einen auf der Straße stehenden Pick-up mit zwei Weißen laufen will, kommt es zu einer Auseinandersetzung. Dann fallen mehrere Schüsse und Arbery fällt zu Boden.

Täter wollen Arbery für einen Räuber gehalten haben
Die beiden weißen Männer wurden von der Polizei als der 64-jährige Gregory McMichael und sein 34-jähriger Sohn Travis identifiziert. Gregory McMichael gab der Polizei zufolge an, Arbery für einen Räuber auf der Flucht gehalten und ihn deswegen gemeinsam mit seinem Sohn verfolgt zu haben. Während er einen Revolver hatte, war sein Sohn mit einem Gewehr bewaffnet.

Zunächst keine Festnahme der beiden mutmaßlichen Täter
Weil die McMichaels zunächst nicht festgenommen worden waren, sorgte dies auch bei Politikern und Prominenten für empörte Reaktionen. Der designierte demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden schrieb auf Twitter, das Video sei „eindeutig“: „Ahmaud Arbery wurde kaltblütig erschossen.“ Arberys Familie verdiene Gerechtigkeit.

James: Schwarze werden gejagt, wenn sie das Haus verlassen
Basketballstar LeBron James schrieb auf Twitter, Schwarze würden „buchstäblich jeden Tag, jedes Mal gejagt“, wenn sie ihr Haus verließen. „Man kann nicht mal ein verdammtes Jogging machen, Mann.“ Die Schauspielerin Zoe Kravitz äußerte sich empört darüber, dass die Täter zunächst nicht festgenommen wurden.

Georgias Gouverneur Brian Kemp versprach eine „gründliche, unabhängige Untersuchung“ des Vorfalls. Die Bewohner des Bundesstaates würden „Antworten“ verdienen. Ein Staatsanwalt kündigte diese Woche an, dass ein Geschworenengremium eine Anklage gegen den oder die Todesschützen prüfen soll.

Die tödlichen Schüsse wurden von vielen als Beweis für den tief verwurzelten Rassismus in Teilen der US-Gesellschaft gewertet. Sie erinnern zudem an den Mord an dem schwarzen Teenager Trayvon Martin im Jahr 2012 in Florida.

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