01.05.2020 08:08 |

Auch Friseure öffnen

Ende der Corona-Pause: Rabattschlacht im Handel

Nach fast sieben Wochen Corona-Shutdown dürfen am Samstag auch Einkaufszentren, Friseure sowie alle Geschäfte mit mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche wieder aufmachen, darunter die großen Elektrohändler, Modeketten, Möbelhäuser und Sportartikelhändler. Eingekauft werden muss mit Maske und Abstand. Da die Lager voll sind und die Ware wegmuss, winkt eine riesige Rabattschlacht. Dennoch befinden sich die Händler in einer bedrohlichen Lage.

Jede Schließwoche kostete den Handel etwa eine halbe Milliarde Euro Umsatz. Aufholen lässt sich das verloren gegangene Geschäft wohl nicht mehr. Die Lager sind voll und viele locken nun mit günstigen Preisen, um ihre Ware loszuwerden. Das treibt zwar die Umsätze in die Höhe, davon bleibt den Unternehmen aber nicht viel übrig. Ein Wermutstropfen des Neustarts ist auch die fehlende Gastronomie, die für den Handel ein Frequenzbringer ist - die darf nämlich erst am 15. Mai wieder aufmachen.

Umsatz trotz Öffnungen kaum vorhanden
Bereits nach der ersten Lockerung nach Ostern blieb der große Run auf die Geschäfte aus, wenngleich kurzfristige Spitzen bei Baumärkten und in Gartencentern ein anderes Bild zeigten. Für April wird ein Nettoumsatz von 3,6 Milliarden Euro erwartet - und damit um 1,6 Milliarden Euro weniger als im April 2019. Ohne Berücksichtigung des Lebensmittelhandels sowie anderer Branchen, die offenhalten durften, sei der verbleibende Einzelhandel mit durchschnittlichen Ausfällen von bis zu 90 Prozent konfrontiert. Viele Firmen, die aufmachen hätten dürfen, ließen ihre Shops dennoch geschlossen, da die Kosten des Aufsperrens oftmals höher sind, als wenn sie zubleiben. Andere Ketten machten mit stark eingeschränkten Öffnungszeiten auf.

Modehandel bleibt auf Frühjahrskollektion sitzen
Grundsätzlich seien alle Bereiche des Handels von teilweise kompletten Umsatzausfällen betroffen, sagte Handelsobmann Peter Buchmüller. Selbst der Lebensmittelgroßhandel leide wegen der geschlossenen Gastronomie. Besonders unter Druck ist der Modehandel. Die liegen gebliebene Frühjahrsmode lässt sich mit Wochen Verspätung kaum noch verkaufen. Im Bekleidungshandel gab es bereits innerhalb kürzester Zeit mehrere Pleiten, darunter die Modefirmen Airfield, Colloseum und Stefanel.

Rabattschlacht erwartet
Viele versuchen nun, Kunden mit großzügigen Rabatten zu locken. Unito-Chef Harald Gutschi, der unter anderem die Versandhändler Quelle, Otto und Universal verantwortet, erwartet die „größte Rabattschlacht aller Zeiten“. „Die Österreicher werden noch nie so günstig eingekauft haben wie zu dieser Zeit“, sagt er. Auch die XXXLutz-Gruppe, zu der etwa Möbelix und Mömax gehören, will die Wiedereröffnung mit einer Preisoffensive starten. „Vor allem die Werbe- und Aktionsartikel der letzten Wochen müssen dringend abverkauft werden“, so Sprecher Thomas Saliger. Besonders vergünstigt werden Waren, die man über den Winter nicht teuer einlagern wolle. „So günstig wie heuer wird es etwa Gartenmöbel viele Jahre nicht mehr geben“, prophezeit er.

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