Burgenlands Landeschef Hans Peter Doskozil sorgt mit seiner umstrittenen See-Verordnung derzeit für Aufregung. Die „Krone“ sprach mit ihm über die Maßnahmen - und die heftige Kritik.
„Krone“: Herr Landeshauptmann, Sie wurden zum dritten Mal an den Stimmbändern operiert? Wie geht es Ihnen?
Hans Peter Doskozil: Dankeschön, mir geht es den Umständen entsprechend gut. Ich spreche angesichts der aktuellen Corona-Situation nicht gerne über meinen Gesundheitszustand. Ich hatte eine leichte Entzündung, sodass ich noch Zeit brauche, bis ich stimmlich voll da bin. So lange werde ich auf öffentliche Auftritte verzichten.
Auch wenn Sie derzeit nicht zu hören sind, sorgt eine Maßnahme von Ihnen für Wirbel. Sie wollen allen, die weiter als 15 Kilometer vom Neusiedler See entfernt wohnen, den Zugang verwehren. Sind die Wiener so schrecklich?
Die Regelung richtet sich gegen niemanden - sie dient dem Schutz der Anwohner und Besucher des Sees. Zudem tritt die Verordnung mit 30. April wieder außer Kraft. Bis dahin haben wir hoffentlich einen weiteren Schritt in Richtung mehr Normalität getätigt. Die aktuelle Verordnung ersetzt jene, die die Sperre aller Seebäder - für alle - zum Inhalt hatte. Durch die aktuelle Regelung tritt daher eine Lockerung ein. Sinn und Zweck ist es keinesfalls, Menschen kategorisch auszuschließen, sondern Menschenansammlungen zu verhindern. Diese Regelung betrifft auch viele Burgenländerinnen und Burgenländer - ich persönlich darf auch nicht zum See fahren.
Wie rechtfertigen Sie die Maßnahme dann vor den Burgenländern?
Für mich ist die oberste Prämisse, die Menschen gesundheitlich zu schützen - dafür halte ich eine solche Diskussion gerne aus.
Ist dieses Abschotten und Aussperren anderer nicht völlig konträr zu sozialdemokratischem Denken?
Wir schotten uns nicht ab und sperren auch keinen aus, wir schützen Menschenleben - ich weiß nicht, in welcher Welt das konträr zum sozialdemokratischen Denken sein soll. Vor dem Vergnügen steht bei mir die Verantwortung.
Wie soll das überprüft und exekutiert werden? Darf man nur noch mit dem Meldezettel zum See zufahren?
Nein, Sie müssen keine Meldezettel mitnehmen. Diese Verordnung wird von der Polizei genauso abgehandelt wie die weiteren Corona-Maßnahmen. Die Behörden werden die Frequentierung im Auge behalten und gegebenenfalls nach dem Wohnort fragen.
Sind Strafen geplant?
Da die Verordnung auf dem Covid-19-Maßnahmengesetz beruht, sind entsprechende Strafen vorgesehen.
Kronen Zeitung
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