02.04.2020 12:26 |

„Panik geschürt“

Corona: Reporterin nach Regierungskritik in Haft

Wegen eines kritischen Berichts über den Umgang eines Krankenhauses mit der Corona-Pandemie hat die Polizei in der nordserbischen Stadt Novi Sad am Mittwoch eine Journalistin festgenommen. Am Donnerstagvormittag sei Ana Lalic von der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt worden, teilte ihr Anwalt gegenüber Medien mit.

Lalic, Mitarbeiterin des Nachrichtenportals „Nova.rs“, sei wegen angeblicher Verbreitung von Falschmeldungen und Schürens von Panik in Polizeigewahrsam genommen worden, hatte ihr Rechtsanwalt zuvor bestätigt.

„Klinikzentrum vor dem Kollaps“
Die Reporterin hatte in einem von ihr verfassten Bericht behauptet, dass das medizinische Personal des Klinikzentrums Novi Sad nicht über genügend Schutzausrüstung verfüge. Zudem schrieb sie, dass sich mehrere Krankenschwestern möglicherweise mit dem Coronavirus angesteckt hätten. Ihrer Geschichte gab sie den Titel „Klinikzentrum der Vojvodina vor dem Kollaps“. Dabei berief sie sich auf namentlich nicht genannte Ärzte aus dem Klinikum.

Novi Sad ist die Hauptstadt der nordserbischen Provinz Vojvodina. Das Klinikum dementierte die Behauptungen des Berichts und erstattete Anzeige bei der Polizei.

In Serbien waren bis Donnerstag 1060 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Bisher wurden 28 Tote gemeldet.

Weitere Maßnahmen angekündigt
Die Regierung dürfte nach der Ankündigung von Ministerpräsidentin Ana Brnabic am Donnerstag weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie beschließen. Dass es sich dabei auch um eine landesweite 24-stündige Ausgangssperre handeln dürfte, bestritt Brnabic laut der Presseagentur Tanjug allerdings. Zuvor gebe es noch andere Maßnahmen, die beschlossen werden könnten, meinte sie.

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