24.03.2020 11:20 |

Brexit-Effekt positiv

Keine Engpässe bei Medikamenten zu befürchten

Nicht nur Supermärkte waren in den vergangenen Wochen mit Hamsterkäufen aufgrund der Coronavirus-Epidemie konfrontiert - auch in Apotheken gab es einen Ansturm von Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen und sich teilweise für Monate damit eingedeckt haben. „Dafür besteht aber überhaupt keine Notwendigkeit“, lässt die Pharmaindustrie nun wissen, die Versorgung sei sichergestellt. Kurioserweise trug der Brexit positiv zur Lage bei.

Schon vor zwei Wochen hätten sich viele Patienten mit Arzneimitteln vor allem gegen chronische Leiden wie Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte buchstäblich eingedeckt. Doch Versorgungsengpässe drohten nicht, betonte am Dienstag Alexander Herzog, Generalsekretär des Verbandes der pharmazeutischen Industrie. „Wir sehen im Moment keine Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Verfügbarkeit von Arzneimitteln“, so Herzog. Sowohl die Hersteller als auch der Großhandel seien lieferfähig, es wird alles getan, um gemeinsam mit den Partnern der Vertriebskette sowie den österreichischen Behörden den Arzneimittelfluss aufrechtzuerhalten.

Lager im Vorfeld des Brexit aufgestockt
Die Produktionsstätten in Asien, die einen wesentlichen Anteil an der weltweiten Herstellung verschiedener Arzneimittel hätten, beispielsweise Antibiotika, Blutdrucksenker oder Schmerzmittel, hätten ihre Aktivitäten bereits wieder aufgenommen. Hinzu komme, dass viele Produkte vorproduziert wurden, nämlich aufgrund des Neujahrsfestes in China, wo dann traditionell Betriebe nur eingeschränkt liefen. Einzelne Firmen wiederum hätten ihre europäischen Lager aufgrund der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit aufgestockt. „Das wirkt sich positiv auf die derzeitige Situation aus“, resümierte Herzog.

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