"Duch" verurteilt

35 Jahre Haft für Folterchef der Roten Khmer

Ausland
26.07.2010 07:24
Im ersten Prozess gegen einen Spitzenvertreter der Roten Khmer ist am Montag der frühere Folterchef des kambodschanischen Schreckensregimes, Kaing Guek ("Duch"), zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Der 67-Jährige muss aber nur 19 Jahre davon absitzen, weil ihm das Sondertribunal in Phnom Penh elf Jahre Haft anrechnete und fünf weitere Jahre wegen Kooperation mit dem Gericht erließ. Die Anklage hatte 40 Jahre Haft gefordert.

"Duch" wurde von dem von den Vereinten Nationen unterstützten Tribunal für schuldig befunden, an der Tötung von mindestens 14.000 Menschen im berüchtigten Gefängnis Tuol Sleng ("S-21") beteiligt gewesen zu sein. Richter Nil Nonn sagte, der ehemalige Mathematiklehrer sei ein Kriegsverbrecher. Es gebe aber nicht ausreichend Beweise, dass "Duch" selbst seine Opfer gefoltert habe. Unter seiner Leitung wurden in dem Gefängnis mehr als 12.000 Menschen gefoltert und ermordet. 

"Duch" zeigte sich zwar reuig, stellte sich im Prozess aber als kleines Rädchen im Getriebe dar. Viele Opfer ärgerte, dass er am Ende des Prozesses sogar einen Freispruch für sich selbst forderte. Der 67-Jährige ist einer der wenigen Führer des früheren Regimes der Roten Khmer, die noch am Leben sind. Vier weiteren Vertretern des Pol-Pot-Regimes wird vom Sondertribunal noch der Prozess gemacht. 

Bis zu zwei Millionen Tote durch Regime der Roten Khmer
Dem von China unterstützten Regime der Roten Khmer, das mit brutaler Gewalt das südostasiatische Land in eine kollektivistische Agrargesellschaft umgestalten wollte, sind zwischen 1975 und 1979 zwischen eineinhalb und zwei Millionen Menschen zum Opfer gefallen. 1979 hat eine vietnamesische Militärintervention schließlich die Gewaltherrschaft beendet. 

Nach ihrem Sturz zogen sich die Roten Khmer in den Dschungel zurück und erhielten auch vom Westen Hilfe. Sie behielten den UNO-Sitz und führten einen verlustreichen Untergrundkrieg gegen die Vietnamesen und das mit deren Hilfe installierte Regime. Erst 1991 kam es zur Unterzeichnung des Pariser Friedensabkommens, das die Voraussetzung für eine große UNO-Friedensoperation und demokratische Wahlen schuf. Ex-Diktator Pol Pot starb 1998 in einem Dschungelversteck an der thailändischen Grenze.

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