14.03.2020 05:02 |

Weniger Nebenwirkungen

Sicher verhüten, ganz ohne das Hormon Östrogen

Die „Pille“ gehört zu den beliebtesten und sichersten Verhütungsmitteln. Laut aktuellen Studien ermöglicht eine neue Version zuverlässigen Schutz, ohne allerdings ein erhöhtes Thrombose-Risiko nach sich zu ziehen. 

Seit den 1960er-Jahren ist die sogenannte „Antibabypille“ verfügbar, und noch immer gehört sie zu den sichersten Verhütungsmitteln. Ihr Wirkprinzip beruht darauf, dass dem Körper weibliche Sexualhormone zugeführt werden. Großteils kommen kombinierte Pillen zum Einsatz. Darin sind die Hormone Östrogen und Gestagen (synthetisch hergestellte Gelbkörperhormone, die dem körpereigenen Progesteron sehr ähnlich sind) enthalten. „Während Östrogene das Heranreifen eines Eibläschens verzögern und den regelmäßigen Menstruationszyklus ohne Zwischenblutungen gewährleisten, unterdrücken Gestagene den Eisprung und stören zudem die Samenzellen am Eindringen in die Gebärmutter“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Christian Egarter, Medizinische Universität Wien, Klin. Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin.

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte konnte die Hormondosis der Pille - und damit auch die Nebenwirkungen - deutlich gesenkt werden. Allerdings besteht bei kombinierten Pillen, also jenen, die Östrogene und Gestagen enthalten, auch heute noch ein erhöhtes Thromboserisiko. „Daher wurden Verhütungspillen entwickelt, die nur Gestagen enthalten. Diese weisen allerdings den Nachteil einer schlechten Zykluskontrolle auf“, erklärt Prof. Egarter. Das heißt, es kann bei reiner Gestagen-Verhütung zu einem unregelmäßigen Einsetzen der Regelblutung kommen. Dieses Problem vermag eine neue Pille, die ebenfalls nur Gestagen enthält, nun anscheinend zu verbessern.

„Wie zwei aktuelle Studie zeigen, kommt es bei dieser neuartigen, sehr effektiven sogenannten ,Drospirenon-only Pille‘ lediglich in den ersten Monaten zu unregelmäßiger Regel. Danach zeigte sich bei den Studienteilnehmerinnen eine Verbesserung des Blutungsmusters im Vergleich zu einer herkömmlichen reinen Gestagen-Pille. Das Gestagen Drospirenon bewirkt vermutlich auch eine leichte Blutdrucksenkung und zumindest im Mausmodell eine Gewichtsverminderung. Die Verträglichkeit in den Zulassungsstudien bei den teilnehmenden Frauen war sehr gut, es traten keine Thrombosen während der Studiendauer auf“, betont Prof. Egarter.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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