Sepsis knapp überlebt
Frau verliert Arme und Beine – wegen Hundespeichel
Manjit Sangha (56) aus England liebt Hunde. Eine Liebe, die sie beinahe mit dem Leben bezahlen musste ...
Ein Samstag im vergangenen Jahr veränderte das Leben von der Hundeliebhaberin Manjit Sangha für immer. Sie spielte mit ihrem Vierbeiner und ließ sich dabei auch von ihm abschlecken – so wie unzählige Male davor auch.
Am Sonntagnachmittag kehrte sie plötzlich mit Unwohlsein von ihrer Arbeit nach Hause zurück. In der Nacht verschlechterte sich ihr Zustand dramatisch ...
Sechs Herzstillstände
Als sie ihr Mann Kam Sangha (60) am Montagmorgen fand, war sie bereits bewusstlos. Ihre Hände und Füße waren eiskalt, ihre Lippen hatten sich violett verfärbt. Kurz darauf kam sie ins New Cross Hospital in Wolverhampton – Lebensgefahr! Ihr Herz blieb sechsmal stehen, berichtete die britische BBC.
Lebensgefährliche Blutvergiftung
„Man ist völlig durcheinander“, sagte ihr Ehemann dem britischen Sender im Rückblick. „Man denkt sich: ,Wie kann so etwas in weniger als 24 Stunden passieren?‘“ Die Diagnose der Ärzte: Sepsis – eine lebensgefährliche Blutvergiftung. Ärzte vermuteten, dass Speichel des Vierbeiners in Kombination mit einer kleinen Wunde bei der 56-Jährigen die rasende Infektion ausgelöst hatte. Um ihr Leben zu retten, mussten ihr die Ärzte beide Beine unterhalb des Knies sowie beide Hände amputieren.
Ich wusste nicht, was vor sich ging. An den ersten Monat kann ich mich überhaupt nicht erinnern.
Manjit Sangha
Die ehemalige Apothekenmitarbeiterin verlor auch ihre Milz, kämpfte mit einer Lungenentzündung und entwickelte Gallensteine, für die ihr mitgeteilt wurde, dass möglicherweise in Zukunft noch weitere Operationen erforderlich sein könnten.
32 Woche im Krankenhaus
Nach 32 Wochen im Krankenhaus, mehreren Herzstillständen und einer vierfachen Amputation kehrte die Sepsis-Überlebende nun endlich nach Hause zurück. Ihr Mann wich in der schwierigen Zeit nie von ihrer Seite.
Das Paar verbrachte seinen 37. Hochzeitstag im Krankenhaus, ebenso wie Manjit Sanghas Geburtstag um die Weihnachtszeit. „Jeden Tag dachten wir: Heute wird sie sterben – aber sie hat uns jeden einzelnen Tag eines Besseren belehrt. Sie ist so stark“, sagte er über seine tapfere Frau und ihren riesigen Kampfgeist.
Jeden Tag dachten wir: Heute wird sie sterben – aber sie hat uns jeden einzelnen Tag eines Besseren belehrt.
Kam Sangha, Ehemann von Manjit Sangha
„Ich möchte meine Prothesen bekommen und wieder arbeiten gehen“
Obwohl sie weiß, dass ihr ein schwieriger Weg bevorsteht, ist Manjit Sangha fest entschlossen, ihr Leben neu aufzubauen. „Ich möchte wieder laufen können”, sagte sie. „Ich möchte meine Prothesen bekommen und wieder arbeiten gehen. Ich habe genug Zeit in meinem Sessel und meinem Bett verbracht. Jetzt ist es Zeit, wieder zu laufen.” Vor ihrer Krankheit arbeitete sie laut BBC sieben Tage in der Woche.
Sepsis
- Sepsis (umgangssprachlich Blutvergiftung) ist eine seltene, aber schwerwiegende Erkrankung, die auftritt, wenn das Immunsystem des Körpers, das eigentlich Krankheiten und Infektionen bekämpfen soll, beginnt, das körpereigene Gewebe und die Organe anzugreifen, was zu einem Multiorganversagen führt.
- Bei Erwachsenen können die Symptome unter anderem undeutliche Sprache, extremes Zittern oder Muskelschmerzen, schwere Atemnot, hohes Fieber, Schüttelfrost, Verwirrtheit, Herzrasen und fleckige oder verfärbte Haut umfassen.
Hoffen auf Spenden
Das Ehepaar sammelt nun Spenden für hochmoderne Prothesen, darunter möglicherweise auch Roboterhände, die nach eigenen Angaben mehrere Zehntausend Pfund kosten könnten. Bislang haben sie über eine GoFundMe-Webseite und eine Spendenaktion bei Screwfix, wo Manjit Sangha neben ihrer Tätigkeit in der Apotheke auch Wochenendschichten arbeitete, mehr als 22.000 Pfund (rund 25.000 Euro) gesammelt.









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