Der Leiter des SOS-Kinderdorfs in Osttirol darf nach schweren Vorwürfen wieder arbeiten. Eine Sonderprüfung fand keine strafrechtlich relevanten Hinweise. Doch die umfassende Aufarbeitung der Vergangenheit ist noch nicht abgeschlossen …
In der Osttiroler Gemeinde Nußdorf-Debant darf der Leiter des SOS-Kinderdorfs nach „schwerwiegenden Vorwürfen“, die Anfang des Jahres im Zuge der Missbrauchscausa rund um die Organisation bekannt geworden waren, wieder in den Dienst zurückkehren.
Nach einer Sonderprüfung teilte SOS-Kinderdorf am Montag mit, dass diese Freistellung aufgehoben wurde. Zwei Personen hatten bezüglich einer Zeit Anschuldigungen erhoben, als der Mann noch nicht Leiter des Kinderdorfs war.
Laut SOS-Kinderdorf sei geprüft worden, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten oder eine Kindeswohlgefährdung vorlag. Diese Vorwürfe auf Basis der bisherigen Untersuchungen hätten nicht bestätigt werden können. Die generelle Aufarbeitung war noch nicht abgeschlossen, diese werde „die Geschichte des Standorts im zeitlichen Verlauf betrachten“, lautete die Stellungnahme der Kinder-Organisation.
Vorwürfe um frühere berufliche Tätigkeit des Mannes
Im Jänner hatte es geheißen, dass es sich bei den Vorwürfen um die damalige berufliche Tätigkeit des nunmehrigen Leiters in den 1990er- und 2000er-Jahren drehe. Die betroffenen Personen seien mittlerweile erwachsen und nicht mehr in Betreuung. Während der Aufarbeitung wurde eine interimistische Leitung eingesetzt.
In der Osttiroler Gemeinde ist das zweitälteste SOS-Kinderdorf beheimatet. Auch hier hatten sich im vergangenen Jahr zwei Frauen gemeldet, die in den 1990er-Jahren dort ihre Kindheit verbrachten und von gewalttätigen Übergriffen berichteten.
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