Zumindest ein kleines Loch in der maroden Staatskasse lässt sich damit abdichten: Das Amt für Betrugsbekämpfung im Finanzministerium trieb im Vorjahr 154 Millionen Euro ein – ein deutliches Plus im Vergleich zum Jahr davor. Insgesamt wurden mehr als 7200 Finanzstrafverfahren abgeschlossen.
Der jüngste Skandal um manipulierte Registrierkassen in der Gastronomie – die „Krone“ berichtete ausführlich – ist nur die Spitze eines Eisberges, der den redlichen Steuerzahler sauer aufstoßen lässt. Auch in anderen Branchen nehmen es Unternehmer mit ihrer Steuerpflicht nicht allzu genau – in den allermeisten Fällen in betrügerischer Absicht.
Wie zum Beispiel ein Taxi-Unternehmen im Großraum Wien, dass über Jahre hinweg systematisch Umsätze verschleiert und so Abgaben in Millionenhöhe hinterzogen hat. Dem Familien-Clan konnte das Amt für Betrugsbekämpfung (ABB) im Finanzministerium jedoch ebenso das Handwerk legen, wie etwa dem Betreiber von illegalen Glücksspielgeräten in einer Wellblechhütte hinter einer Tankstelle in Wels (OÖ).
Wir stehen klar auf der Seite der ehrlichen und redlichen Steuerzahler in diesem Land und lassen keinerlei Toleranz für Betrug walten.
Finanzminister Markus Marterbauer
Mehr als 400 Scheinunternehmen aufgeflogen
Weitere Fälle, die das ABB in seiner Bilanz für 2025 auflistet, lassen nur so staunen: Mit dem Vertrieb von Anti-Aging-Ergänzungsmitteln rund um den Globus verdiente ein Unternehmer ein Vermögen. Der Staat leider nicht, denn der Verdächtige hinterzog seit den 90er-Jahren Steuern in der Höhe von 3,6 Millionen Euro. „Unfaire Geschäftspraktiken schädigen nicht nur unseren Staat, sondern benachteiligen auch all jene Unternehmen, die sich an die Regeln halten“, erklärt Finanz-Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl. Insgesamt 154 Millionen holte sich die Finanz im Vorjahr von Steuerbetrügern zurück – um 47 Millionen mehr als noch im Jahr davor. Dabei flogen mehr als 400 Scheinunternehmen auf.
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