Überraschende Wende

Münchner S-Bahn-Held starb an Herzversagen

Ausland
17.07.2010 11:47
Überraschende Wende im Mordprozess Dominik Brunner: Der 50-jährige Manager, der einen brutalen Angriff von zwei Burschen in der Münchner S-Bahn nicht überlebt hat, hatte offenbar einen Herzfehler. Wie der "Münchner Merkur" am Samstag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft weiter berichtete, soll Brunner demnach nicht an den Folgen der Tritte und Fausthiebe der beiden Jugendlichen Markus S. und Sebastian L. gestorben sein, sondern an Herzversagen.

Passanten sagten dem Bericht nach vor Gericht aus, dass Brunner am 12. September 2009 auf dem Bahnsteig in Solln "aschgrau bis blau angelaufen sei". "Mir ist aufgefallen, dass er ein seltsames, graufahles Gesicht hatte", wird eine Zeugin zitiert. Beschreibungen, die auf die Symptome eines plötzlichen Herztodes zutreffen würden, so das Blatt.

"Es stimmt, dass das Herz stehengeblieben ist", sagte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger am Samstag und bestätigte auch, dass in dem Gutachten des Sachverständigen von einem vergrößerten Herzmuskel die Rede sei. Die Schuld sieht man dennoch bei den angeklagten Jugendlichen.

"Herr Brunner ist infolge der Schläge und Tritte daran gestorben, dass das Herz stehengeblieben ist", so Stockinger. Damit sei die Kausalität klar gegeben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft würde Brunner ohne die massiven Schläge und Tritte noch leben. In der Verhandlung sei der Herzfehler bislang noch nicht zur Sprache gekommen. Das Gutachten zur Todesursache Brunners werde im Prozess frühestens am 28. Juli gehört, so die Oberstaatsanwältin.

Post mortem als Held ausgezeichnet
Brunner war im September 2009 bei einer Schlägerei mit zwei Jugendlichen auf dem S-Bahnsteig München-Solln ums Leben gekommen. Der Fall hatte Aufsehen und Anteilnahme erregt, weil der 50-Jährige vier minderjährige Schüler vor den Drohungen der angetrunkenen Burschen hatte schützen wollen. Brunner war post mortem als Held ausgezeichnet worden, in seinem Namen wurde eine Stiftung gegründet.

Unstrittig ist nach den bisherigen Zeugenaussagen im Prozess, dass Brunner sich auf dem Bahnsteig vor die drangsalierten Kinder gestellt hatte und dann in Erwartung einer Auseinandersetzung mit Sebastian L. und Markus S. auf diese zuging und zuerst zuschlug. Die beiden Burschen waren daraufhin von zwei Seiten auf Brunner losgegangen und hatten ihm Schläge und Tritte verpasst.

"An den Folgen des Angriffs gestorben"
Dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" zufolge erlitt der Manager dabei aber weder einen Schädelbruch noch andere Knochenbrüche, die zum Tode hätten führen können. In der Anklageschrift heißt es zur Todesursache, Brunner sei "an den Folgen des Angriffs der Angeschuldigten" gestorben.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
17.07.2010 11:47
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung