22.02.2020 11:02 |

Hoher Blutzoll 2019

10.000 Bürger in Afghanistan getötet oder verletzt

Der Konflikt in Afghanistan hat im Jahr 2019 einen hohen Blutzoll gefordert. Mehr als 10.000 Zivilisten wurden vergangenes Jahr getötet oder verletzt. Diese Zahl gab die UNO-Unterstützungsmission für Afghanistan (UNAMA) am Samstag bekannt - genau zu Beginn jenes Zeitraums, in dem die Waffengewalt deutlich reduziert werden soll. Beim letzten Anschlag in der Hauptstadt Kabul in der Nähe einer Militärakademie kamen sechs Menschen ums Leben, darunter befanden sich zwei Zivilisten (Videobericht oben).

Letztes Jahr wurden 3404 Zivilisten getötet und 6989 weitere verletzt. Ab Samstag soll die Gewalt eine Woche lang reduziert werden. Das haben die USA, die Taliban und die afghanischen Streitkräfte ausverhandelt. Sollte die Vereinbarung eingehalten werden, ist für den 29. Februar die Unterzeichnung eines Abkommens geplant, das den Weg zu einem dauerhaften Friedensabkommen ebnen könnte.

UNAMA-Chef: Frieden ist lange überfällig
Die Zahl der zivilen Opfer sei 2019 zwar um fünf Prozent niedriger als im Vorjahr gewesen, dennoch liege sie das sechste Jahr in Folge über 10.000, erklärte UNAMA-Chef Tadamichi Yamamoto. „Kaum ein Zivilist in Afghanistan ist nicht in irgendeiner Weise von der anhaltenden Gewalt betroffen.“ Es sei „zwingend erforderlich für alle Parteien, den Moment zu nutzen, um die Kämpfe zu stoppen, da Frieden lange überfällig ist“, erklärte er.

Der Rückgang der Opferzahl um fünf Prozent wurde mit der nachlassenden Aktivität des Ablegers der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Osten Afghanistans erklärt. Dieser war im vergangenen Jahr weitgehend besiegt worden.

USA wollen Soldaten aus Afghanistan abziehen
Die USA verhandeln seit mehr als einem Jahr mit den Taliban über das Abkommen, das unter anderem den Abzug von rund der Hälfte der 12.000 bis 13.000 US-Soldaten vorsieht. Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien dafür geben, dass sie das Terrornetzwerk Al-Kaida und den „Islamischen Staat“ bekämpfen. Eine Einigung zwischen den USA und den Taliban gilt zudem als wichtiger Vorläufer für direkte Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Islamisten.

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