Dass Österreichs Gefängnisse mit diversen Missständen zu kämpfen haben, ist nicht neu. Dazu zählt etwa ein akuter Personalmangel. Martin Johann Schöpf, Mitglied des Zentralausschusses im Bundesministerium für Justiz und Gewerkschaftsfunktionär, will die Berufsgruppe attraktiver machen und fordert nun die Umbenennung von Justizwache auf Justizpolizei.
Am Donnerstag reicht Schöpf den Antrag im Zentralausschuss ein. „Die Exekutive wird in der Bevölkerung hinlänglich mit ,Polizei‘ gleichgesetzt. Der Begriff ,Wache‘ ist spätestens seit der Auflösung der Zollwache im Jahre 2004 nicht mehr zeitgemäß“, verdeutlicht Schöpf und ergänzt: „Die Justizwache ist neben der Polizei der einzige Wachkörper in Österreich, der Exekutivdienst versieht. Unsere Aufgabe ist die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung in den Justizanstalten.“
Ein modernes, auf exekutivdienstliche Aufgaben geschärftes Berufsbild der Justizwache müsse das Ziel der Personalvertretung sein. „Auf Grundlage dieser Fakten schlagen wir die Umbenennung auf Justizpolizei vor“, erläutert der Tiroler.
Attraktivierung des Berufs ist im Fokus
Dies solle auch als Signal für eine Neuausrichtung sowie für einen modernen Exekutivkörper im Bereich des Strafvollzuges stehen und die Berufsgruppe attraktiver für Bewerber darstellen. „Auch möchten wir darauf hinweisen, dass staatliche Organisationen – ohne in der Exekutive verankert zu sein – ebenfalls auf diesen Begriff zurückgreifen, wie z. B. die Finanz-, Feuer-, oder Baupolizei“, betont der Gewerkschaftsfunktionär.
Jasmin Steiner, Kronen Zeitung
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