"Kein Sparzwang"

Heftiger Streit um DNA-Proben: Polizei wehrt Kritik ab

Burgenland
11.07.2010 12:49
Verwundert reagiert das Landespolizeikommando auf die Kritik der Gewerkschaft, wonach Hunderte DNA-Tatortspuren aufgrund von Einsparungen nicht ausgewertet würden. "In keinem Fall, in dem es zur Klärung eines Strafdeliktes notwendig ist, muss auf die DNA-Analyse verzichtet werden", stellt ein Brigadier klar.

Bei ihrer Kritik stützte sich die Gewerkschaft auf Zahlen, die aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der SP hervorgehen. Demnach genehmige das Innenministerium den burgenländischen Ermittlern lediglich 80 DNA-Analysen pro Jahr. "Dabei handelt es sich um ein Startkontingent", korrigiert das Polizeikommando in Eisenstadt. Laut internen Aufzeichnungen habe das Innenministerium 2009 anfangs "nur" 67 DNA-Proben zugesagt, im Laufe des vergangenen Jahres sei die Zahl aber aufgrund des Bedarfs erhöht worden.

Wegen Einbruchsserien und des Einsatzes der SOKO-Kfz gab es 170 DNA-Untersuchungen extra. "Dazu kamen weitere 179 Analysen, die die Staatsanwaltschaft im Zuge von Verfahren angefordert hat und dafür auch die Kosten trägt", wird erklärt. Brigadier Werner Fasching ergänzt: "Bei bis zu zwei Dutzend an einem Tatort gesicherten DNA-Spuren müssen außerdem nicht alle ausgewertet werden. Oft ist der erste Versuch schon ein 'Treffer'. Für Hinweise auf den Täter reicht mitunter aber auch ein einfacher Schuhabdruck aus."

Heuer wurden übrigens – so die Polizei – vorerst 100 DNA-Analysen genehmigt, 38 davon bis Ende Mai verbraucht. 51 sind zudem noch aus dem Vorjahr übrig.

von Karl Grammer, Kronen Zeitung

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