05.02.2020 16:33 |

Sascha Flössholzer

Er ist einer der letzten Schuhmacher in Kärnten

Viele gibt es nicht mehr, die dieses alte Handwerk ausüben: Als einer der letzten Schuhmacher Kärntens wurde der Lavanttaler Sascha Flössholzer auch schon ausgezeichnet.

Sascha Flössholzer aus St. Paul im Lavanttal übt einen ganz besonderen, fast ausgestorbenen Beruf aus. „Ich war früher in der Industrie tätig, meine Liebe war aber immer das Handwerk“, erzählt der Schuhmacher. Seine Leidenschaft sieht man ihm an. „Als ich mich selbstständig gemacht habe, haben alle gemeint, das werde maximal sechs Monate halten. Das ist mehr als zehn Jahre her.“

Denn das Geschäft läuft: Saschas Kunden sind ganz unterschiedlich - jung oder älter, sie leben in Kärnten, der Steiermark, in Wien oder im Ausland. „Studenten, Politiker und normale Leute wie du und ich“, erzählt er. Viele von ihnen suchen Hilfe, weil sie konventionelle Modelle nicht vertragen, Schmerzen haben. Sascha steht ihnen dann mit Rat zur Seite: „Wer einmal einen maßgeschneiderten Schuh getragen hat, der will nicht mehr zurück. Das ist quasi wie ein Wohnzimmer für die Füße.“

Die Herstellung ist aufwändig: Von der Vermessung des Fußes über die Erstellung des Modells, die Anprobe und die Einstellung von Details bis zur Fertigstellung dauert es acht Monate - auch wegen der hohen Nachfrage. „Viele wollen das einfach ausprobieren, und die meisten kommen wieder.“ Manche lassen sich jedes Jahr ein Paar Schuhe schneidern - bis sie für jeden Wochentag eines haben.

Aus feinem Leder, etwa von Kalb, Ziege, Hirsch oder Wildschwein, produziert Sascha auch Taschen, Janker und Lederhosen. Das Wildschwein, aus dessen Leder er seinen preisgekrönten Jagdstiefel gefertigt hat - er holte damit im Vorjahr beim Wettbewerb des deutschen Schuhfachverbands Gold - hatte der Schuhmacher übrigens selbst geschossen.

Clara Milena Steiner
Clara Milena Steiner
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