08.07.2010 08:13 |

Gasflasche in Brand

Jause rettet Kärntner Arbeiter in Wien vor Explosion

Bei Flämmarbeiten in einem Neubau in Wien sind am Mittwochnachmittag Gasflaschen in Brand geraten, detoniert und als Geschosse Hunderte Meter durch die Luft geflogen. Drei Arbeiter aus Kärnten überlebten nur, weil sie gerade in einem Supermarkt Jause holen waren.

Meterhohe Rauchschwaden, Hunderte alarmierte Einsatzkräfte, Menschen in Panik – Szenen wie in einem Katastrophenfilm aus Hollywood spielten sich am frühen Mittwochnachmittag mitten in der Rotenhofgasse in Wien ab. "Ich ging gerade zu meinem Wagen, der gleich neben dem Südbahnhof geparkt war", schildert ein junger Familienvater, "plötzlich gab es einen ohrenbetäubenden Knall und ich sah auch schon die Flammen aus dem Gebäude schießen". Binnen eines Sekundenbruchteils fraß sich der Feuerball in die angrenzenden Appartements; verkohlte Planken, Metallstücke und Holztrümmer donnerten Hunderte Meter durch die Luft. 

"Das hätten wir nicht überlebt"
Nur ihrer Jausenpause verdanken drei Kärntner, die für eine Spittaler Firma auf der Baustelle im Einsatz waren, ihr Leben. Armin Marinz:   "Wir waren gerade unterwegs, um uns in einem Supermarkt in der Nähe Wurstsemmeln und Getränke zu holen. Nicht auszudenken, was wohl passiert wäre, wenn wir alle während dieser Detonation noch am Dachstuhl gewesen wären. Das hätten wir wohl sicher nicht überlebt."

Für Vorarbeiter Matthias G., einen jungen Kollegen sowie einen Anrainer war der Schock aber zu groß– alle drei mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Einsatzleiter der Wiener Berufsfeuerwehr, Diplomingenieur Wilfried Pausa zur "Krone": "Eine Gasflasche wurde durch die Wucht der Explosion sogar bis zu einem Kindergarten geschleudert!" Die Löscharbeiten dauerten noch bis in die Nachtstunden an.

von G. Brandl, C. Budin und M. Radinger, Kronen Zeitung
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