24.01.2020 08:00 |

Wunderliches Video

Ignoriert Prinz Charles hier Mike Pence eiskalt?

Ein Video von der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung in Jerusalem sorgt für Aufsehen. Darin ist zu sehen, wie Prinz Charles zunächst mehrere Teilnehmer begrüßt und dann scheinbar eiskalt an US-Vizepräsident Mike Pence vorbeigeht, um wiederum dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu die Hand zu schütteln. Der Buckingham-Palast wies Berichte, der Thronfolger habe Pence bewusst ignoriert, zurück, doch auch die Reaktion des US-Vizes selbst spricht dafür, dass er sich zurückgesetzt fühlte.

Auf dem Video, das vielfach in Online-Netzwerken geteilt wurde, ist zu sehen, wie Charles in der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zunächst mehrere Teilnehmer der Gedenkveranstaltung begrüßt - unter anderem Netanyahus Gattin Sara, den deutschen Präsidenten Frank-Walter Steinmeier und den Organisator des Events, Moshe Kantor. Dann geht der 71-jährige Sohn von Queen Elizabeth II. auf Pence zu und schaut ihn kurz an, gibt dem US-Vizepräsidenten und dessen Frau aber nicht die Hand und begrüßt stattdessen Netanyahu, bevor er zum israelischen Präsidenten Reuven Rivlin und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron weitergeht.

Die Szenen in voller Länge:

Palast: „Herzliches und freundliches Gespräch“ vor Veranstaltung
Der Buckingham-Palast erklärte nach dem Auftauchen des Videos, Prinz Charles habe Pence nicht bewusst ignoriert. Die beiden Männer hätten schon vor Beginn der Veranstaltung ein „herzliches und freundliches Gespräch“ geführt, teilte das Büro des britischen Thronfolgers am Donnerstagabend mit. Darum hätten sie sich in dem Saal „nicht noch einmal begrüßt“.

Auch Pences Pressebeauftragte Katie Waldman dementierte umgehend auf Twitter, dass es eine Abneigung zwischen ihrem Chef und Prinz Charles gebe. Sie veröffentlichte ein Bild, das die beiden Männer zeigt, wie sie sich lächelnd gegenüberstehen und vielleicht sogar miteinander scherzen.

Charles ein Experte auf dem Gebiet der Diplomatie
Allerdings dürfte sich Pence, der „again“ sagte, als Charles an ihm vorbeiging, trotzdem einen Handschlag des britischen Thronfolgers erwartet haben, denn nachdem Charles an ihm vorrüber war, tätschelte er etwas unbeholfen den Rücken des Prinzen. Zudem ist Prinz Charles ein Experte auf dem Gebiet der Diplomatie und weiß, wie wichtig ein Handschlag ist.

Auch Van der Bellen in Jerusalem dabei
An der Gedenkveranstaltung in Yad Vashem hatten am Donnerstag mehr als 40 Staats- und Regierungschefs teilgenommen, unter ihnen auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Prinz Charles sagte bei der Gedenkfeier, die „Lehren aus dem Holocaust“ seien „bis heute relevant“.

Trump wollte nicht bei Russlands großem Auftritt anwesend sein
Übrigens hatte US-Präsident Donald Trump die Teilnahme seinem Vizepräsidenten Pence überlassen, weil das Staatsoberhaupt der USA nicht bei dem Auftritt Russlands als der große Befreier vom Nazi-Joch anwesend sein wollte, schrieb „Krone“-Außenpolitikexperte Kurt Seinitz aus Jerusalem.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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