16.01.2020 09:45 |

Kampagne in Mailand

Schock-Plakate: Führende Frauen als Prügelopfer

In Mailand sorgt derzeit der Künstler AleXsandro Palombo mit schockierenden Bildern führender Frauen für Aufsehen. Im Rahmen einer Plakatserie sind an bekannten öffentlichen Orten der italienischen Metropole unter anderem Fotos von Angela Merkel, Michelle Obama, Hillary Clinton, Aung San Suu Kyi und Sonia Gandhi mit geschwollenen und blutverschmierten Gesichtern zu sehen. Palombo will das Thema Gewalt gegen Frauen ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken.

„JUST BECAUSE I AM A WOMAN“ lautet der Titel der Kampagne, mit der der 46-jährige Künstler führende Frauen der Weltpolitik als Gewaltopfer darstellt. Damit will er das globale Problem der Übergriffe auf Frauen in den Vordergrund stellen. Keine Frau, auch nicht jene in Spitzenpositionen, sei vor Gewalt sicher, der Weg in Richtung Chancengleichheit sei noch lang, lautet Palombos Botschaft.

Künstler für satirische Werke bekannt
Die Plakate des Künstlers sind an stark besuchten Orten Mailands wie am Eingang der Universität, unweit von U-Bahn-Stationen im Zentrum sowie an der Fassade des Teatro Lirico zu sehen. Der Pop-Artist ist für seine satirischen Werke bekannt, mit denen er sich mit Fragen wie Ethik, multikulturelle Gesellschaft und Menschenrechte auseinandersetzt.

In Italien wird fast jeden dritten Tag eine Frau Opfer tödlicher Gewalt
Beinahe jeden dritten Tag wird in Italien eine Frau von ihrem Ehemann, Lebenspartner oder anderen Familienangehörigen getötet. Frauenmorde machen 40,3 Prozent aller im Land begangenen Tötungsdelikte aus, geht aus einer jüngsten Studie des Statistikamts Eures hervor. 2018 wurden 142 Frauen ermordet, eine mehr als 2017.

Die Zahl der Frauenmorde ist in den letzten Jahren stabil geblieben, während die Zahl der Morde mit männlichen Opfern um 50 Prozent abnahm. Italiens Gesellschaft kranke an einem Frauenbild, wonach Männer Frauen als Eigentum ansehen, warnten italienische Frauenverbände. Auch in Österreich reißt die Serie von Gewalttaten an Frauen nicht ab. Jüngstes Beispiel: Am Mittwochabend wurde eine 42-Jährige in Niederösterreich erstochen.

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