Freund wieder frei

Frau (50) lag leblos auf Straße: War es Unfall?

Erster Mordalarm im neuen Jahr in der Nacht auf Montag im oberösterreichischen Attnang-Puchheim: Gegen 23.30 Uhr lag Petra Sch. leblos vor ihrem Haus. Über ihr kniend ihr Lebensgefährte. Doch warum stürzte die 50-Jährige aus dem Gangfenster im dritten Stock? Wurde sie gestoßen? Die Obduktion ergab keine Fremdeinwirkung.

Wohnungsnachbar Mario Marić (28) war Zeuge des Dramas: „Meine Nachbarin war am Boden gelegen. Ihr Kopf lag in einer Blutlache. Ihr Freund ist auf ihren Füßen gekniet. Er hat zwei, drei Sekunden lang gesungen, dann gelacht, dann immer wieder ,Mein Baby, mein Baby‘ gesagt. Er war sehr betrunken, brauchte vier Versuche, um aufzustehen.“

Schwere Kopfverletzungen
Marić verständigte Rettung und Polizei. Doch auch der Notarzt konnte Petra Sch. nicht mehr helfen, nur mehr ihren Tod feststellen. Ihre Leiche wies schwere Kopfverletzungen auf. Sie dürfte aus dem dritten Stock des Wohnhauses gestürzt sein.

Petra Sch. (50) hatte das Kunstgewerbe angemeldet, Schmuck sowie Zierrat hergestellt, die sie auf Advent- und Standlmärkten unter dem Namen „Petras Kreativbox“ verkaufte. Ihr Freund und Geschäftspartner, ein verheirateter 64-Jähriger aus Stadl-Paura, wurde vorübergehend festgenommen.

„Kein dringender Tatverdacht“
Das Landeskriminalamt ermittelt wegen Mordverdachts. Die Staatsanwaltschaft Wels ordnete eine gerichtsmedizinische Obduktion an. Sprecherin Silke Enzlmüller: „Die Autopsie hat keine Anhaltspunkte ergeben, die auf Mord schließen lassen. Es besteht kein dringender Tatverdacht, deshalb wurde der Verdächtige nach Vorliegen des Ergebnisses auch auf freien Fuß gesetzt. Es könnte ein Unfall gewesen sein.“ Nachsatz: „Die Ermittlungen wegen Mordverdachts sind noch nicht abgeschlossen.“

Christoph Gantner und Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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Mittwoch, 03. Juni 2020
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