Nächster Rückschlag

Hurrikan “Alex” gefährdet Kampf gegen Ölpest

Ausland
30.06.2010 07:49
Der Tropensturm "Alex" ist in der Nacht zum Mittwoch zum ersten Hurrikan dieser Saison hochgestuft worden. "Alex" rast nun mit bis zu 130 Kilometern pro Stunde durch den Golf von Mexiko und erschwert den Kampf gegen die Ölpest. Die Schiffe, die den Ölteppich auf der Wasseroberfläche abschöpfen, mussten am Dienstagabend wegen rauer See ihre Arbeit aussetzen. Aus dem Bohrloch selbst wird das Öl aber weiter von einem Tanker abgepumpt, der trotz hohen Wellengangs die Stellung hielt.

Wegen der hohen Wellen von bis zu 3,70 Metern und starker Windböen wurden dennoch die zur Bekämpfung der Ölpest eingesetzten Reinigungsschiffe in die Häfen zurückbeordert. Das Öl kann sich nun ungehindert den Stränden der US-Bundesstaaten Louisiana, Alabama, Mississippi und Florida nähern.

Mit "Alex" beginnt die Hurrikan-Saison ungewöhnlich früh, zuletzt gab es 1995 schon im Juni einen Sturm dieser Stärke. Das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA in Miami sagte voraus, dass "Alex" am Mittwochabend (Ortszeit) an der texanisch-mexikanischen Grenze auf Land treffen wird. Das Zentrum des Sturms dürfte über die Region um Matamoros in Mexiko hinwegziehen.

USA akzeptieren internationale Hilfe
Indes holen sich die US-Behörden im Kampf gegen die Ölpest internationale Hilfe. "Die USA werden 22 Hilfsangebote von zwölf Ländern und internationalen Organisationen annehmen", erklärte das US-Außenministerium am Dienstag in Washington. Dazu zählten Schnellboote für das Aufsammeln von Öl an der Meeresoberfläche sowie schwimmende Brandschutzbarrieren. Derzeit würden die Modalitäten der Hilfslieferungen abgestimmt.

Die Umweltschäden der Ölkatastrophe sind aus Sicht von BP womöglich nie wieder gutzumachen. Die vom Energieriesen zugesagten 20 Milliarden Dollar seien nur ein Grundstock der Hilfe, sagte BP-Chefökonom Christof Rühl. "Das ist natürlich keine Obergrenze, sondern verbunden mit den potenziell nicht limitierten Forderungen in der Zukunft." Das Unternehmen müsse enorme Anstrengungen leisten, um auch künftig Geldreserven für die Folgen der Katastrophe zurückzustellen. Unter anderem sprach Rühl von Dividendenkürzungen.

Er verglich die Katastrophe im Golf von Mexiko mit dem Unglück des Öltankers Exxon Valdez, der Ende der 80er-Jahre vor Alaska eine gigantische Ölpest ausgelöst hatte. Als Folge wurden die Sicherheitsstandards für Tanker erhöht. Mit ähnlichen Konsequenzen rechnet Rühl auch für die Tiefseebohrungen: "Die Aufsichtsbehörden und Regulatoren werden vermutlich - und zu Recht - sehr viel mehr Wert darauflegen, dass Sicherheitsstandards eingehalten und ausgebaut werden in verschiedenen Bereichen der Tiefseeförderung."

Millionen Liter Öl strömen täglich ins Meer
Im Golf von Mexiko strömen täglich Millionen Liter Öl ins Meer, seit dort am 20. April die Bohrinsel Deepwater Horizon des britischen Ölkonzerns BP explodiert und kurz darauf gesunken war. Die Bemühungen um eine Eindämmung der Umweltkatastrophe waren von zahlreichen Pannen und anderen Rückschlägen überschattet. Das Krisenmanagement von BP, aber auch der US-Regierung stieß wiederholt auf scharfe Kritik.

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