Eh klar! Spanien hat sich bei der Fußball-WM mit der 0:1-Niederlage im Erstrunden-Match gegen die Schweiz bis auf die Knochen blamiert. Und wen hat Andi Ogris, der sich nicht zuletzt dank seiner spitzen Zunge bei den Fans von Austria Wien längst Kultstatus erdribbelt hat, am Tag danach beim Interview mit krone.at wohl zum WM-Favoriten auserkoren? Richtig: Spanien. Es tut gut, in Zeiten zum Gähnen glattgebügelter Sportler steile Ansagen und gewagte Statements wie jenes von Andi Ogris zu vernehmen.
Im Interview mit krone.at zeigt sich der "Ogerl" ähnlich wie seinerzeit auf dem Platz – schnörkellos und immer mit Zug zum Tor.
Disziplin muss sein
Letzteren wird er auch bei den Fußball-Camps, mit denen er jeden Sommer in Steinbrunn gastiert, nicht vermissen lassen. "Gerade wenn es um Disziplin geht, musst du bei den Kindern schon auch mal ein bisschen schärfer sein. Sonst tanzen sie dir ja auf der Nase herum", gibt Ogris den resoluten Trainer. Dennoch: Bei den Camps will er seinen Schützlingen vorwiegend Freude am Spiel mit dem runden Leder vermitteln. "Wir verpacken das Camp mit sehr viel Spaß. Außerdem haben wir etliche Ausweichmöglichkeiten: Wir können Tennis spielen, Klettern oder schwimmen gehen." Soll heißen: "Die Kinder müssen sich nicht den ganzen Tag ausschließlich mit Fußball beschäftigen, sondern wir bieten auch ein tolles Abwechslungsprogramm."
Wie oft es vorkomme, dass ein Kind nur deswegen am Camp teilnimmt, damit die Eltern daheim keinen Stress mit ihm haben? "Oft", schmunzelt Ogris, der den Trainingsplan für die Camps mit Torhüter-Kapazunder Wolfgang Knaller und "Schneckerl nationale" Herbert Prohaska entwirft: "Aber trotzdem gehen auch bzw. gerade diese Kinder sehr zufrieden nach Hause, wenn man sich ihrer besonders annimmt."
"Man darf die Generationen nicht vergleichen"
Angesprochen auf das momentane Niveau des österreichischen Fußballs zeigt sich Ogris nicht mehr ganz so streichelweich. "Es ist schon so, dass junge Spieler heute recht schnell viel Geld verdienen, ohne sich besonders plagen zu müssen", betreibt er Ursachenforschung. Die geflügelte These, wonach früher alles besser war, grätscht er aber entschieden ab: "Es stimmt schon, dass man es heute einfacher ins Nationalteam schafft als noch zu unserer Zeit. Aber man darf die Generationen auf keinen Fall miteinander vergleichen."
"Arnautovic kann es weit bringen"
So traut er etwa Super-Talent Marko Arnautovic bei seinem neuen Klub Werder Bremen auch einiges zu: "Er ist ein überaus talentierter Spieler, der es weit bringen kann – allerdings nur, wenn er seine Mätzchen in den Griff bekommt. Denn Thomas Schaaf ist ein Trainer, der viel Wert auf Disziplin legt. Und wenn Arnautovic auf dem und abseits des Platzes nicht diszipliniert ist, wird er bei Werder Bremen nicht zum Zug kommen."
Und wann kommt Andi Ogris, Ex-Trainer von Ostligist FAC, selbst wieder zum Zug? Und welche Ziele hat er sich als Trainer gesetzt? "Ist doch klar", schäkert Ogris augenzwinkernd in edelstem Wienerisch, "irgendwann Real Madrid zu trainieren." Eh klar! Was anderes hätten wir auch gar nicht erwartet.
von Michael Fally
Die Termine der Fußballcamps
1. Camp: 11. bis 16. Juli
2. Camp: 8. bis 13. August
3. Camp: 15. bis 20. August
Anmeldungen zu den Camps werden unter der Telefonnummer 0680/3105358 bzw. unter der Mail-Adresse in der Infobox entgegengenommen!
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