Was passiert bei der Kommunikation?
Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick wird in diesem Zusammenhang gerne mit seiner Bemerkung „Man kann nicht nicht kommunizieren“ zitiert. Und diese Aussage trifft den Nagel ziemlich auf den Kopf. Dein gesamtes Verhalten, nicht nur, aber eben auch im beruflichen Kontext, stellt Kommunikation dar und wird von Kollegen interpretiert. Es ist daher wichtig, sich bewusst zu sein, wie Kommunikation funktioniert. Die meisten Kommunikationsmodelle gehen dabei von einem Sender aus, der eine Botschaft an einen Empfänger richtet. Dabei können einerseits gewisse Störquellen die Botschaft verzerren, andererseits spielt auch die Beziehung zwischen Sender und Empfänger sowie deren Tagesverfassung in die Interpretation der Botschaft hinein.
So macht es beispielsweise einen Unterschied, ob du auf der gleichen Ebene kommunizierst oder mit einem in der Hierarchie untergeordneten Kollegen bzw. deinem Chef. Bist du selbst gerade eher angespannt und gereizt, wird deine Botschaft eher als Kritik verstanden, als wenn du ausgeglichen bist. Genauso interpretiert der Empfänger die Botschaft anders, wenn er selbst angespannt ist.
Bewusst kommunizieren
Sei dir selbst deiner Worte bewusst, bevor du sprichst. Viele Missverständnisse in der Kommunikation kommen zustande, weil du durch ungeschickte Wortwahl eine falsche Aussage entstehen lässt. Ein Beispiel hierfür ist das richtige Kritisieren. Statt „Du schaffst es jedes Mal, mich zu ärgern“ kannst du sagen „Ich fühle mich durch dein Verhalten gekränkt/verletzt“. Oder: „Ich kann damit nicht umgehen, wenn du so mit mir sprichst.“ Dadurch wird eine Du-Botschaft zu einer Ich-Botschaft. Überlege dir, welche sachliche Botschaft du vermitteln willst und welche Worte dafür geeignet sind.
Aufforderungen als Bitte gestalten
Eine Aufforderung wirkt schnell wie ein Befehl. Richtest du jedoch eine höfliche Bitte an deinen Kollegen, wird dieser deinem Wunsch viel lieber entsprechen. Statt „Geh ins Archiv und hol mir die Akte“ ist es besser zu sagen „Könntest du mir bitte die Akte aus dem Archiv holen?“ oder „Ich weiß, du hast gerade viel zu tun, aber könntest du mir bitte die Akte holen?“. Natürlich sind derartige Bitten etwas aufwendiger, aber es hört sich für den Empfänger viel netter an.
Stimmlage und Inhalt
Ebenso solltest du dich, auch wenn du gerade eher unter Druck stehst, um eine ruhige Stimmlage und ein Lächeln bemühen. Das lässt jeden Inhalt gleich positiver wirken als ein grantiges Herumschnauzen. Denn auch wenn du keinen Groll gegen deinen Kollegen hegst, wird sich dieser durch deine Laune angegriffen fühlen. Umgekehrt solltest du dich auch selbst beim Empfangen einer Botschaft beobachten. Versuche, die Sachebene herauszuhören und die emotionale Ebene etwas in den Hintergrund rücken zu lassen. So lassen sich viele Konflikte vermeiden.
Feedback richtig geben
Willst du wirklich Kritik an einem Kollegen üben, solltest du das über die Methode des sogenannten Feedback-Burgers machen. Dabei wird das Feedback von einer positiven Bemerkung eingeleitet, dann folgt das eigentlich bekritelte Verhalten und man schließt mit einer positiven Bemerkung - einer Hilfestellung oder Ähnlichem - ab. Ein Beispiel: „Du machst das schon sehr gut, aber es wäre besser, wenn du noch schneller wärst. Versuche doch einfach, diesen Ablauf anders zu machen. Ich helfe dir auch gerne dabei.“ So wird die Kritik etwas abgeschwächt und der Feedbacknehmer fühlt sich unterstützt statt abgekanzelt.
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