Versuch erfolglos

Bin-Laden-Jäger wieder in die USA zurückgekehrt

Ausland
24.06.2010 16:10
Nach seinem erfolglosen Versuch, den Top-Terroristen Osama bin Laden im Alleingang zur Strecke zu bringen, ist ein Amerikaner am Mittwoch in seine Heimat im US-Staat Colorado zurückgekehrt. Gary Brooks Faulkner sagte im US-Fernsehen, das amerikanische Volk solle sich von Leuten wie Bin Laden nicht ängstigen lassen, sondern es müsse den Spieß umdrehen und solchen Leuten Angst einjagen.

Es wurde keine Anklage gegen ihn erhoben, am Mittwoch wurde er aus dem Gefängnis in Islamabad entlassen.

Faulkner war Ende Mai in ein Flugzeug nach Pakistan gestiegen und wurde am 13. Juni in den Wäldern im Norden des Landes von den Behörden festgenommen. Er war mit einer Pistole, einem Schwert und einem Nachtsichtgerät ausgerüstet und erzählte den Behörden nach seiner Verhaftung, er wolle den Al-Kaida-Führer töten.

Faulkner gab an, auf dem Weg in die benachbarte afghanische Provinz Nuristan gewesen zu sein. Dort wollte er Osama bin Laden suchen, finden und schließlich "enthaupten", weil der Chef des internationalen Terrornetzwerks Al Kaida eine "andauernde Gefahr für Amerika" sei. Der 50-Jährige sei zuversichtlich gewesen, seine Mission auch zu Ende bringen zu können. "Er sagte: 'Gott ist mit mir, deshalb werde ich Erfolg haben'", berichtete Polizeisprecher Mumtaz Ahmad Khan der Zeitung "Dawn". Im Gepäck hatte Faulkner auch eine kleine Menge Haschisch.

"Viele träumen davon, Rambo zu spielen"
Laut einem Bericht der Associated Press hatte der Bauarbeiter seine Mission akribisch vorbereitet. Er unternahm insgesamt sechs Erkundungsflüge nach Pakistan. Seinen Freunden erzählte er, dass er dorthin zum Bergsteigen fahre. Faulkner ließ sich auch extra einen Bart wachsen, "um nicht so aufzufallen", wie sein Bruder Scott der US-Presse schilderte. "Viele Kinder träumen davon, einmal Rambo zu spielen. Er wollte das tatsächlich durchziehen." 

Sein Bruder habe das Gefühl gehabt, das US-Militär treibe die Jagd auf den Top-Terroristen nicht genug voran, meinte Scott Faulkner. "Verstehen Sie mich nicht falsch, er ist so normal wie Sie und ich. Aber er hat einen tiefen Glauben und hat die Bilder der Terroranschläge vom 11. September 2001 nie wirklich aus seinem Kopf bekommen."

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