09.12.2019 08:05 |

„Destabilisierung“

Russische Hackerattacke auf Macron-Wahlkampf

Russische Hacker haben offenbar im Wahlkampf 2017 das Team des heutigen französischen Präsidenten Emmanuel Macron attackiert. Zwei hochspezialisierte Einheiten mit Verbindungen zum russischen Militärgeheimdienst GRU sollen „die E-Mail-Accounts von Vertrauten des künftigen Präsidenten der Republik ins Visier genommen“ haben.

Das berichtete die Zeitung „Le Monde“ unter Berufung auf Untersuchungsergebnisse von zwei Google-Spezialisten sowie der Firma FireEye. Die Hacker sollen demnach zunächst in zwei Phasen E-Mails verschickt haben, um an Passwörter und andere Daten von Mitarbeitern im Team Macron zu kommen. Zwei Tage vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl am 5. Mai 2017 seien dann massenhaft Dokumente aus dem Wahlkampf-Team von Macron im Internet veröffentlicht worden.

Macron hatte damals von einer „Operation zur Destabilisierung“ gesprochen mit dem Ziel, „Zweifel und Desinformation“ zu verbreiten. Er gewann letztlich die Wahl gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen.

Brisante Enthüllungen kurz vor Ukraine-Gipfel
Die Informationen veröffentlichte „Le Monde“ nun kurz vor dem Ukraine-Gipfel, der am Montag in Paris im sogenannten Normandie-Format geplant ist. Macron und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel wollen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj zusammentreffen, um nach Lösungen für einen Frieden in der Ost-Ukraine zu suchen. Es ist der erste Ukraine-Gipfel in dieser Zusammensetzung seit drei Jahren.

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