Neun Verurteilungen:

Bis 2 Jahren Haft nach vereitelter Home-Invasion

Ein Prozess um eine vereitelte Home-Invasion ist am Donnerstag im Landesgericht Steyr mit Strafen zwischen neun Monaten teil- und zwei Jahren unbedingt für neun der insgesamt zehn Angeklagten zu Ende gegangen. Jener Mann, der als Kopf der Bande angesehen wurde und dem die Staatsanwaltschaft vorwirft, die Tat vom Gefängnis aus geplant zu haben, wurde freigesprochen. Keines der Urteile ist rechtskräftig.

Die Anklage gegen die In- und Ausländer im Alter zwischen 19 und 50 lautete auf Raub im Rahmen einer kriminellen Vereinigung. Vier von ihnen wurde zudem ein am 14. Mai begangener Einbruchsdiebstahls vorgeworfen. Gegen die angeklagte Bande läuft bereits in Wien ein Ermittlungsverfahren. Durch eine Telefonüberwachung erfuhr die Staatsanwaltschaft von der geplanten Home-Invasion in Steyr. Und so wurden die ausführenden Täter am 31. Juli, als sie das Wohnhaus überfallen wollten, von der Polizei in Empfang genommen.

Stein-Häftling
Als Kopf der Bande galt für die Ermittler ein Mann, der bereits in der Justizanstalt Stein eine mehrjährige Gefängnisstrafe absitzt. Er soll die Home-Invasion sowie den Einbruchsdiebstahl organisiert haben. Just er wurde aber freigesprochen, wogegen die Staatsanwaltschaft Nichtigkeitsbeschwerde angekündigt hat. Tippgeber war in beiden Fällen laut Anklage einer der vor Gericht stehenden Österreicher, der den Komplizen von seinem vermögenden Großvater sowie dem reichen Cousin seiner Frau berichtete. Er fasste zwölf Monate teilbedingt aus.

Vermögen im Tresor
Es entstand die Idee, am 14. Mai den Opa, der nicht daheim war, zu bestehlen. In dessen Tresor lagen 185.000 Euro Bargeld sowie Goldmünzen und Uhren. Der Enkel gab den Code, den er wusste, einer der mitangeklagten Frauen weiter, die den Bandenchef in Stein besuchte. Dieser wiederum organisierte laut Anklage den vierten Mann, der in das Haus einbrach und den Tresor ausräumte.

Telefonüberwachung
Wenige Wochen später sollte dann der zweite Einbruch erfolgen. 400.000 Euro würden sich angeblich in dem Haus des angeheirateten Verwandten in Steyr befinden, so die Annahme. Der Tippgeber sollte 40 Prozent erhalten, der Rest wäre für die Komplizen gewesen. Nachdem dieses Mal jedoch die Bewohner daheim sein würden entschied der Chef der Bande offenbar, dass mehr Personen als zuletzt benötigt würden, darunter ein Fahrer für das Fluchtauto sowie zwei Personen, die die Hausbewohner bedrohen und so an die Beute gelangen sollten. Dies alles sei aber über die Telefonüberwachung der Angeklagten der Staatsanwaltschaft bekannt geworden. So wurde dieser Raubüberfall von der Polizei vereitelt.

Motiv Geldnot
Sechs der Angeklagten leugneten die ihnen vorgehalten Delikte. Drei legten im Wesentlichen ein Geständnis ab, einer ein Teilgeständnis. Motiv sei Geldnot gewesen. Von den neun schuldig gesprochenen Angeklagten erklärten acht Rechtsmittelverzicht, in allen Fällen kündigte die Staatsanwaltschaft aber Strafberufung an, gegen den Freispruch Nichtigkeitsbeschwerde.

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