Der Grazer Experte Fritz Kleiner hat die Bawag umgedreht. Jetzt wird er sich Meinl vornehmen. Und auch beim Bilanzfälschungsprozess der Hypo vor drei Jahren war er eingeteilt. Da habe er im Rahmen seines Gerichtsauftrages durchaus Hinweise auf Unregelmäßigkeiten im Hypo-Geschäftsgebaren gefunden, ließ er den Untersuchungsausschuss wissen.
Doch interessiert hätte es niemanden – weder die Staatsanwaltschaft noch das Gericht. Damals sei es nur um die manipulierte Bilanz gegangen – ein Verfahren, das lediglich mit Geldstrafen für die Ex-Chefs Wolfgang Kulterer, Günter Striedinger und Thomas Morgl endete, ohne je tiefer in die Bankgeschäfte hineinzublicken.
Kleiner geht mit Prüfsystem hart ins Gericht
Nur ein Jahr nach den Urteilen wurde die Kärntner Hypo notverstaatlicht. Daher geht Kleiner auch mit dem Prüfsystem hart ins Gericht: "Solange sich der Prüfling, also die Bank, den Prüfer selbst aussuchen kann und ihn bezahlt, wird der Prüfer nicht viel prüfen – aus Angst, dass er den Vorstand verärgert und den Auftrag verliert."
Er fordert daher andere Rahmenbedingungen, die eine Wegschau-Politik wie bei der Hypo verhindern könnte: "Wirtschaftsprüfer werden nach Kapazität und Zufallsprinzip von der Nationalbank Firmen zugeteilt, auf einen fixierten Zeitraum. Dann traut sich wieder jeder, den Mund aufzumachen."
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