Drama in Arkansas
Meterhohe Sturzflut reißt 18 US-Camper in den Tod
Nach Schätzungen hielten sich zur Zeit des Unglücks bis zu 300 Menschen - Urlauber und Anrainer - in der Region auf. Bei der Suche wurden Hubschrauber, Pferde und Kanus eingesetzt - so isoliert ist das Gelände. Eine Oase der Erholung, ein Paradies, bis plötzlich das Wasser kam. Als es sich zurückzog, sah es aus wie nach einem schweren Tornado: Zerstörte Gebäude, umgekippte Fahrzeuge, entwurzelte Bäume, dazwischen die Fetzen zerrissener Zelte - und Leichen. Ein Toter wurde sogar 15 Kilometer weit bergabwärts geschwemmt. "Es ist eine noch nie dagewesene schreckliche Tragödie", sagte der Gouverneur von Arkansas, Mike Beebe. Auch US-Präsident Barack Obama zeigte sich erschüttert.
Bis zu sechs Meter hohe Wasserfront
Der Albert-Pike-Campingplatz liegt im Ouachita-Nationalpark, an einem Fluss in einem engen Tal inmitten der Wildnis. Viele Familien machen hier seit Jahren jeden Sommer Urlaub, in einer der rund 50 Blockhütten, in Wohnwagen oder in Zelten, und es gab auch eine Reihe von Einwohnern in der grünen Idylle am Little Missouri River. Das Wasser in diesem kleinen Fluss war am Donnerstagabend noch knapp einen Meter hoch, wie üblich. Dann schwoll der Fluss nach schweren Regenfällen binnen zwölf Stunden an, wurde praktisch "eingeklemmt" in dem engen Tal, und im Morgengrauen am Freitag stürzte dann eine bis zu sechs Meter hohe Wasserfront bergab auf den Campingplatz.
Die meisten in der Urlauber-Gemeinde wurden im Schlaf überrascht. Es hatte zwar um zwei Uhr nachts eine Flutwarnung gegeben - aber keiner bekam sie zu dieser Zeit mit. Es gab keine Sirenen in dieser Einsamkeit, und auch die Handys funktionieren hier so gut wie gar nicht. "Es ist schwer, jemanden zu warnen, wenn es praktisch keine Kommunikation gibt", sagte ein Polizeivertreter.
Camper Mike Hofert wurde in seiner Blockhütte wach, als er die Schreie von Miturlaubern hörte, die sich vor dem anrollenden Wasser in Sicherheit zu bringen versuchten. "Das Wasser stieg schneller, als ich es jemals gesehen habe", schilderte er dem Sender CNN. Die Menschen seien von überall her gerannt, um sich zu retten. Manche überlebten, indem sie auf Bäume kletterten.
Zahl der noch Vermissten weiter unklar
Die Fluten schwemmten auch das Registrierbuch davon, in dem sich die Camper eintragen. Deshalb war es auch so schwer, die Zahl der noch Vermissten auszumachen. Bis Samstag früh hatten sich nach CNN-Angaben die Angehörigen von rund 70 Urlaubern gemeldet, die in dem Unglücksgebiet vermutet wurden und auch mehr als 24 Stunden nach der Tragödie noch nichts von sich hatten hören lassen. Die Hoffnungen konzentrierten sich darauf, dass sie ihre Zelte in einer anderen Region aufgeschlagen haben - und vielleicht gar nicht wissen, was passiert ist.
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