Flut-Katastrophe
Polnische Stadt nach Deichbruch überflutet
Die städtischen Behörden riefen rund 3.500 Einwohner auf, das besonders gefährdete Gebiet zu verlassen. Die meisten Menschen wollen jedoch in ihren Häusern bleiben. Sandomierz liegt rund 200 Kilometer südlich von Warschau. Die historische Altstadt liegt auf einer Anhöhe am linken Ufer und ist nicht gefährdet.
Am Morgen reiste Regierungschef Donald Tusk nach Sandomierz. "Die Situation hat sich verschärft", sagte der Politiker. Er sprach sich erneut gegen eine Ausrufung des Notstandes aus, weil dies "nichts bringen" würde.
Die Weichsel überflutete auch Teile von Tarnobrzeg rund 15 Kilometer südlich von Sandomierz. Dort sollten 4.000 Menschen ihre Häuser räumen. Auch sie weigerten sich aber, ihr Hab und Gut zurückzulassen.
"Jahrtausend-Hochwasser" in der Slowakei
Ähnlich prekär wie in Polen ist die Lage in der Slowakei. Tausende Menschen wurden am Samstag vor den Wassermassen in Sicherheit gebracht. Das Land erlebe derzeit ein "Jahrtausend-Hochwasser", sagte Regierungschef Robert Fico in Bratislava. Es sei ein "riesiges Glück", dass bisher keine Toten zu beklagen seien. Drei Menschen werden allerdings nach Angaben der Rettungskräfte vermisst.
Viele Gemeinden überschwemmt
In mehreren Regionen des Landes hatten die Flüsse solch historischen Höchstwerte erreicht, dass die Messvorrichtungen nicht mehr ausreichten, um den Wasserpegel zu erfassen, sagte der Premier. Innenminister Robert Kalinak berichtete, dass viele Gemeinden überschwemmt worden seien, die noch nie zuvor überflutet wurden. Die dort lebenden Menschen seien unvorbereitet von der Katastrophe überrascht worden. An vielen Eisenbahnlinien seien schwere Schäden entstanden und die Statik zahlreicher Brücken sei gefährdet.
Wie Ficos Regierungspartei Smer-Sozialdemokratie unterbrachen auch die meisten anderen politischen Parteien ihren Wahlkampf für die Parlamentswahlen am 12. Juni. Viele spendeten Wahlkampfgelder für Überschwemmungsopfer.
2.300 Menschen in Ungarn evakuiert
In Ungarn mussten 2.300 Menschenvor Hochwasser in Sicherheit gebracht werden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Besonders schwer betroffen waren die Bezirke Borsod und Szabolcs im Nordosten des Landes, wo die Flüsse Hernad, Sajo und Bodva über die Ufer getreten waren.
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