26.10.2019 16:06 |

„Gangstertum“

Russland wirft den USA massiven Öl-Diebstahl vor

Das russische Verteidigungsministerium hat den US-Truppen massiven Diebstahl großer Ölmengen aus Syrien vorgeworfen. Das Öl werde gefördert, abgefüllt und außer Landes gebracht, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow am Samstag einer in Moskau veröffentlichen Mitteilung zufolge. Die Ölfelder zu „besetzen und unter Kontrolle zu bringen“, sei nichts anderes als „internationales Gangstertum“, kritisierte das russische Verteidigungsministerium am Samstag. Russland fordert seit Langem den kompletten Abzug der US-Truppen aus Syrien.

Die Behörde veröffentlichte Satellitenfotos, die den Schmuggel syrischen Staatseigentums beweisen sollen. Die Aufnahmen der russischen Weltraumaufklärung würden belegen, wie das Öl unter scharfer Bewachung von US-Soldaten in Tanklastzügen ins Ausland gebracht werde. Im Einsatz seien zudem private Militärfirmen. Der General wies zudem darauf hin, dass die Ölförderung unter Umgehung jener Sanktionen erfolge, die die USA selbst gegen Syrien verhängt hätten.

Moskau: USA machen damit monatlich rund 30 Mio. US-Dollar
Nach Berechnungen des russischen Verteidigungsministeriums machen die US-Strukturen mit dem illegalen Handel jeden Monat einen Gewinn von rund 30 Millionen US-Dollar. Konaschenko meinte, dass das Pentagon bei solch einträglichem Geschäft ohne Steuern und bei fehlender staatlicher Kontrolle die Felder wohl ewig ausbeuten werde.

Washington: Wollen Ölfelder vor den Terroristen schützen
Das Verteidigungsministerium in Moskau widersprach damit offiziell der Darstellung Washingtons, nach der die US-Truppen die Ölquellen vor islamistischen Terroristen oder „anderen destabilisierenden Akteuren“ schützen würden. Das Pentagon hatte angekündigt, zusätzliche Truppen zum Schutz der Ölfelder im Osten Syriens zu schicken. Laut US-Verteidigungsminister Mark Esper solle damit verhindert werden, dass der IS wieder Zugang zu den Einnahmen aus den Ölquellen erhalte. Zu den „destabilisierenden Akteuren“ zählt Washington nach US-Medienberichten auch die syrische Regierung.

Moskau warnte aber, keine der Ölquellen gehöre „den Terroristen des Islamischen Staats und noch weniger ,den amerikanischen Verteidigern der Terroristen des Islamischen Staats‘, sondern ausschließlich der Syrischen Arabischen Republik“.

IS-Miliz verdiente über Jahre Abermillionen mit dem Öl
Die IS-Miliz hatte 2014 wichtige Ölfelder erobert und monatlich Millionen Euro mit dem Verkauf des Öls verdient, bevor die Ölanlagen durch die US-geführte Anti-IS-Koalition zerstört wurden. Im Oktober 2015 wurden viele der Ölfelder von den kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) erobert, die sie bis heute mit Unterstützung der US-Truppen kontrollieren. Die syrische Regierung fordert seit Langem ihre Rückgabe.

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