Die Direktmitgliedschaft setzt die Einbezahlung des Geschäftsanteils voraus: Pro Kilogramm angelieferter Milchjahresmenge sind einmalig zwei Cent zu entrichten. Nach Beendigung des Lieferverhältnisses bekommt der Landwirt den Geschäftsanteil wieder rückerstattet. Während der momentanen Übergangsphase erhalten die burgenländischen Landwirte zu einem Drittel den Preis der MGN und zu zwei Dritteln jenen Preis, der am Versandmilchmarkt erlösbar sei, erläuterte der MGN-Geschäftsführer.
MGN rechnet mit Beitritt aller Bauern
In Zukunft soll es dann für alle den MGN-Milchpreis geben. Der Preis sei aufgrund der Verwertungssituation für die Landwirte zunächst wesentlich niedriger gewesen. Mittlerweile sei er auf gleichem Niveau, während einiger Monate hätten die Bauern sogar mehr bekommen als die Bauern bei der MGN. Er gehe davon aus, "dass 100 Prozent der Bauern bei uns Mitglieder werden", sagte Gruber-Doberer. Derzeit liege der Preis, den der Landwirt für Milch auf höchster Qualitätsstufe erhält, pro Liter bei etwa 30 Cent netto und rund 33 Cent brutto. Burgenländische Landwirte liefern bei einer Gesamtproduktion von 28 Millionen Kilogramm pro Jahr derzeit 18 Millionen Kilogramm Milch an die MGN.
Die burgenländischen Partner kämen zu einer Genossenschaft, die mit 15 Prozent an der NÖM beteiligt ist, so NÖM-Vorstandssprecher Alfred Berger. Die Bauern seien nun "Mitbesitzer von einem 400 Millionen Euro [schweren] Unternehmen", das in 23 europäischen Ländern vertreten sei und europäische Marktführerpositionen - etwa bei PET-Flaschen - habe. Das neue Vertrauen soll sich auch auf den Packungen der Marke "Burgenlandmülch" widerspiegeln: Sie wurden neu gestaltet und zeigen neben den Umrissen des Burgenlandes auch einen Landwirt, der für das Produkt wirbt.
Milchmarkt derzeit "etwas freundlicher"
Derzeit zeige sich der Milchmarkt, vor allem wegen weltweit steigender Fettpreise, etwas freundlicher, meinte Gruber-Doberer. Der schwächer gewordene Euro verleihe im Export wieder "ein bisschen Flügel". Der Milchpreis am Weltmarkt sei momentan steigend. Entscheidend sei jedoch, wie sich der Handel verhalte und ob er bereit sei, steigende Preise auch in Form höherer Produktpreise an die Verarbeitungswirtschaft weiterzugeben. In Österreich sei die Handelslandschaft sehr konzentriert. Die Verarbeiter hätten alles zu tun, die höheren Preise beim Handel umzusetzen. "Erst dann können sie beim Bauern ankommen", meinte der MGN-Geschäftsführer.
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