05.10.2019 15:01 |

Identität geklärt

Gruselfund: Toter lag drei Jahre in Tiefkühltruhe

Nach dem Fund einer völlig verwesten Leiche im Keller eines Wohnhauses in Wien-Floridsdorf steht jetzt die Identität des Mannes fest: Bei dem Toten handelt es sich um einen 42-jährigen Österreicher, der bereits vor drei Jahren (!) in einer Tiefkühltruhe „entsorgt“ wurde. Der 45-jährige Freund des Toten wurde wegen des Verdachts der Störung der Totenruhe auf freiem Fuß angezeigt.

Am Donnerstag wurde die Leiche des Österreichers gefunden, der Bulgare vorläufig festgenommen. Laut seinen Aussagen hätten die beiden Männer einige Zeit zusammengewohnt, währenddessen habe sich der Gesundheitszustand des Bekannten verschlechtert. Als dieser starb, sei er in Panik geraten und habe die Leiche in Plastiksäcke verpackt und in das Kellerabteil gebracht. Passiert sei das bereits vor rund drei Jahren, gab der 45-Jährige bei seiner Einvernahme an.

Strom abgeschaltet
Nunmehr hätte der Mann delogiert werden sollen, auch der Strom in seiner Wohnung wurde bereits abgeschaltet. Der 45-Jährige dürfte im Keller herumgeräumt haben und dabei die verpackte Leiche geöffnet haben. „Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie zuvor tiefgekühlt gelagert war“, sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger am Samstag. Sofort breitete sich starker Verwesungsgeruch im Wohnhaus in der Mengergasse aus. Zwei Nachbarn meldeten dies am Donnerstag auf einer Polizeiinspektion.

Aussage zur Todesursache derzeit nicht möglich
In der abgeschalteten Kühltruhe im Abteil des 45-Jährigen wurde dann die in Plastiksäcke verpackte Leiche gefunden. „Aufgrund der langen Liegezeit des Leichnams und der fortgeschrittenen Verwesung ist derzeit eine genaue Aussage zur Todesursache nicht möglich“, sagte Eidenberger. Laut Gerichtsmedizin gibt es aber keine Hinweise auf einen gewaltsamen Tod. Ausständig sind noch die Ergebnisses der toxikologischen Untersuchung. Bei sämtlichen Ermittlungen konnten keine Erkenntnisse gewonnen werden, die den Verdacht auf ein Tötungsdelikt erhärtet hätten, betonte Eidenberger.

DNA wird analysiert
Laut Polizei soll es sich beim Toten um den 42-jährigen Österreicher handeln. Um seine Identität restlos zu klären, wird allerdings noch eine DNA-Untersuchung durchgeführt. Die Angehörigen des Mannes wurden bereits verständig. Ob dieser abgängig gemeldet war, wird noch geprüft, sagte Eidenberger.

Der 45-Jährige wurde noch am Freitagabend auf freien Fuß gesetzt. Gegen ihn wird wegen Störung der Totenruhe ermittelt. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe bis zu 360 Tagessätze.

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