Alle Parteien kreativ:

Jetzt sprudeln die Ideen gegen Pflege-Notstand

Die große zündende Idee gegen den wachsenden Personalmangel in der Pflege, insbesondere der älteren Menschen, fehlt noch, aber scheibchenweise kommen kleinere daher. So etwa will die ÖVP für Pflegeassistenten eine berufliche Brücke von den Spitälern in die Heime. Die SPÖ meint, Pflege brauche auch mehr Geld.

Die Politik müsse bei den Maßnahmen gegen den drohenden Pflege-Notstand „die Schlagzahl erhöhen“, meint, wie berichtet FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr. Mit seinen Detailvorschlägen dazu ruft er bei SPÖ-Sprecher Peter Binder allerdings eher Unmut hervor: „Einerseits arbeiten wir an diesen Dingen sowieso. Das Andere ist: Alles was Mahr vorschlägt, bedeutet implizit, dass wir Geld in die Hand nehmen müssen - und zwar nicht bloß zu Lasten der Gemeinden. Diese Konsequenz fehlt dann immer.“

„Putzfrau verdient mehr!“
Das gelte auch für den Pflegeberuf selbst: „Wir müssen an den Schrauben namens Arbeitsbedingungen und Gehältern drehen!“ Denn wenn eine Teilzeitkraft in einem oberösterreichischen Pflegeheim für eine Überstunde 6.50 Euro bekomme, dann gehe sie halt nicht rein; da verdiene man ja beim Putzen mehr.

Umsteigen erleichtern
Abseits von mehr Geld können aber auch andere Schrauben gedreht werden: ÖVP und FPÖ haben im Landtag beantragt, dass Pflegeassistenten aus den Spitälern ohne Aufschulung in die Altenheime wechseln dürfen. Das können sie in Oberösterreich nämlich nicht, obwohl der Pflegeausbildungsmodul bei den Assistenten in den Spitälern und den Fachbetreuern Altenhilfe der gleiche ist.

„Brücke“ fehlt
Dass es hier keine leicht begehbare berufliche Brücke vom Spital ins Heim gibt, sorgt laut ÖVP und FPÖ dafür, dass wechselbedürftige Leute dann überhaupt aus dem Pflegewesen verschwinden. Kontraproduktiv!

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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