"Deepwater-Desaster"

Aktionäre verklagen BP ++ USA wollen Steuer erhöhen

Ausland
25.05.2010 08:56
Der Energiekonzern BP wird wegen der US-Ölpest nun von einem Teil der Aktionäre verklagt: "Das Deepwater-Desaster hat für BP und die Tochtergesellschaften finanzielle Konsequenzen, die sich auf Milliarden Dollar belaufen. Diese beinhalten die Haftung für den Schaden an Eigentum, kommerziellen Interessen und an der Tierwelt", heißt es in der Klageschrift. Die Katastrophe habe den Marktwert von BP um 40 Milliarden Dollar geschmälert.

Das Gerichtsverfahren im US-Staat Delaware wurde vom Privatinvestor Robert Freedman und der Verkehrsbetriebsgesellschaft Southeastern Pennsylvania Transportation Authority (SEPTA) angestrengt. BP äußerte sich zunächst nicht zu den Anschuldigungen.

Sorgen um Folgen der Ölpest nehmen zu
Die Sorgen vor den Folgen der Ölpest für die Umwelt nehmen unterdessen weiter zu. BP gestand am Montag ein, das Absaugen des Öls vom Leck sei schwieriger als erwartet. Unklar bleibt weiterhin, wie viel Öl seit der Explosion der Bohrinsel am 20. April noch ins Meer strömt. Am Dienstag oder Mittwoch will BP erneut versuchen, die Ölquelle in etwa 1.600 Metern Tiefe zu verstopfen - mit Schlamm. Im US-Staat Louisiana hat der Ölteppich die artenreichen Sumpfgebiete erreicht. Über 110 Kilometer Küste sind von einem Ölfilm überzogen.

US-Kongress bereitet Steuererhöhung vor
Als Reaktion auf die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko bereitet der US-Kongress indes die Erhöhung der Ölsteuer vor. Nach den Plänen könnte die Abgabe auf 32 Cent pro Barrel (159 Liter) steigen, dies wäre eine Vervierfachung. Über einen Zeitraum von zehn Jahren könnten so etwa elf Milliarden Dollar (rund neun Milliarden Euro) zusammenkommen. Das Geld soll in einen von der Küstenwache verwalteten Fonds fließen, der für die Kosten von Reinigungsaktionen in Wasserwegen aufkommt.

Die Kosten für die Eindämmung der Ölpest und die Entschädigung von Küstenbewohnern belaufen sich nach Angaben von BP schon jetzt auf 760 Millionen Dollar, umgerechnet 608 Millionen Euro. Die endgültigen Kosten seien noch nicht abzuschätzen, erklärte der Konzern am Montag.

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