Öl sprudelt weiter

BP: Erster Abdicht-Versuch frühestens am Dienstag

Ausland
22.05.2010 12:26
Das im Golf von Mexiko sprudelnde Bohrloch kann laut Angaben von BP frühestens Anfang nächster Woche mit einer "Schlammkanone" beschossen werden, um es auf diesem Wege provisorisch zu schließen. Wie der Ölkonzern BP am Freitag mitgeteilt hat, musste ein ursprünglich für Sonntag vorgesehener erster Anlauf verschoben werden. Außerdem wurde bekannt, dass man zurzeit deutlich weniger des ausströmenden Öls abpumpen kann als bisher angenommen.

Zunächst müsse die erforderliche Ausrüstung mit Hilfe von Unterwasserrobotern in Position gebracht werden. Die günstigste Prognose für den Start der "ziemlich komplexen Operation" - genannt "Top Kill" - sei "möglicherweise Dienstag", sagte BP-Einsatzleiter Doug Suttles.

Konzern setzt auf "Schlammkanone"
Bei der sogenannten "Top Kill"-Methode wird das Bohrloch unter hohem Druck mit großen Mengen eines Spezialschlamms beschossen. So soll es abgedichtet werden, bevor es anschließend mit Zement versiegelt würde. BP erwägt zudem, den "Top Kill" mit einer weiteren Methode zu kombinieren, die von Experten "Junk Shot" genannt wird. 

Dabei werden unter anderem Gummiteile ebenfalls unter hohem Druck in das "Blow-out-Preventer" genannte Sicherheitsventil gepresst, das bei dem Untergang der Ölplattform "Deepwater Horizon" versagt hatte. Experten warnen, dass ein Fehlschlag des "Junk Shot" das Ventil weiter beschädigen könne und so die Ölaustrittsmenge am Meeresgrund beträchtlich zunehmen könne.

BP kann weniger Öl abpumpen als angenommen
Indes wurde auch bekannt, das BP aus dem Bohrloch unter der explodierten Plattform weit weniger Öl abpumpen kann, als bisher angenommen. Derzeit könnten über ein dünnes Rohr täglich nur 2.200 Barrel Öl aus der Tiefe abgeleitet werden, sagte Unternehmenssprecher John Curry am Freitag. Am Vortag hatte der Konzern noch von rund 5.000 Barrel Öl pro Tag gesprochen. Die hohe Differenz erklärte Curry mit dem unterschiedlichen Druck am Bohrleck und den Schwierigkeiten bei den Messungen.

Im US-Bundesstaat Louisiana verseucht das giftige Öl nach Angaben der US-Klima- und Ozeanbehörde NOAA einen Strandabschnitt von 80 Kilometer Länge. Die Stadtverwaltung von Grand Isle schloss am Freitag ihren Strandabschnitt. Dennoch kamen etliche Schaulustige, um rund zwanzig Helfern beim Kampf gegen die Ölpest zuzusehen. Sie versuchten mit Schaufeln den Schlick in Plastiksäcke zu füllen.

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