Ursachenforschung
Jeder Konflikt hat einen Grund. Und der ist nicht bloß die Tatsache, dass ein Neuer ins Team gekommen ist. Meist erhitzen sich die Gemüter, wenn die Unterschiede zwischen der Stamm-Mannschaft und dem Neuling zu groß sind: Unterschiedliche Arbeitsweisen, Arbeitseinstellungen – wenn ein verkappter Faulpelz an eine Gruppe ehrgeiziger Mitarbeiter gerät, dann ist klar, dass das auf Dauer nicht gut geht, wenn nicht eine Seite den Willen zur Veränderung bekundet.
Eine Ausprägung davon kann auch so aussehen, dass der neue Mitarbeiter einfach keine gute Arbeit leistet, Fehler macht und dadurch zu einer echten Belastung für das Team wird. Aber auch schlichter Unwillen zur Anpassung bzw. bewusstes Intrigieren seitens des Neuen kann die Ursache für Konflikte werden.
Eine andere Möglichkeit ist jene, dass der Eintritt des neuen Mitarbeiters im bestehenden Team eine Art Konkurrenzsituation entstehen lässt. Einzelne Teammitglieder haben Angst um ihre bisherige Position, sehen sich bedroht. Das ist besonders dann der Fall, wenn ein Mitarbeiter mit hohem Ehrgeiz bzw. starkem Karrierestreben ins Team kommt.
Dem Neuen Zeit geben
Liegt das Problem auf einer fachlichen Ebene, solltest du zunächst versuchen, durch Hilfestellung und Erklärungen die Situation zu verbessern. Manche Mitarbeiter brauchen einfach etwas länger, bis sie gewisse Tätigkeiten beherrschen und sich an die gewünschte Arbeitsweise gewöhnt haben. Diese Anfangszeit ist zwar mühsam, aber der Aufwand wird in der Regel mit einem einsatzfähigen und dankbaren Kollegen belohnt.
Ist die Ursache für die Probleme eher auf einer persönlichen Ebene zu suchen, dann wird die ganze Situation schon komplizierter. Denn je sturer nun beide Seiten schalten, desto schwieriger. Versuche zu ergründen, warum dein Kollege so tickt, wie er tickt. Denn manchmal hilft besseres Kennenlernen, die positiven Seiten an anfangs nervigen Wesenszügen zu entdecken. Ist dein Kollege beispielsweise extrem ehrgeizig und karriereorientiert, dann hilft das dem gesamten Team bei der Erreichung der Abteilungsziele. Ist er sehr unterwürfig und devot, dann kann das auf hohe Hilfsbereitschaft hindeuten.
Das Gespräch suchen
Hilft der Faktor Zeit nicht, dann solltest du das Gespräch mit dem Kollegen suchen, nachdem du deine Eindrücke auch mit den anderen Kollegen besprochen und bestätigt gefunden hast. Denn bist du der einzige, der mit dem neuen Kollegen nicht kann, dann liegt das Problem wahrscheinlich bei dir. In diesem Fall solltest du versuchen, mit dir selbst ins Reine und zu einer Lösung zu kommen.
Deckt sich dein Eindruck jedoch mit dem von Kollegen, dann ist ein offenes Gespräch meist zielführend. Sprich an, was dir aufgefallen ist. Geeignet ist die Einleitung mit einer Entschärfung, wie etwa „Ich weiß, du bist noch nicht lange da. Deshalb möchte ich dir gerne helfen…“. Damit nimmst du die Spannung aus dem Gesprächseinstieg, weil du signalisierst, dass du dabei helfen willst, dass sich der neue Kollege besser einfinden kann.
Nützt auch das Gespräch nichts, dann hilft nur noch der Gang zum Chef, um diesen zum Vermittler werden zu lassen bzw. zu einer Lösung zu kommen. Denn oft fruchtet das direkte Gespräch nicht, da du in einer anderen Position bist. Speziell bei sehr eitlen neuen Mitarbeitern ist eine Unterhaltung mit dem Vorgesetzten besser geeignet.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.