Ex-Hypo-Vorstand Günter Striedinger gilt als einer der Hauptverdächtigen in der Bankenaffäre. Im großen "Krone"-Interview hat er mehrmals seine Unschuld beteuert – aber auch zugegeben, dass "man schon irgendwas finden wird, wenn man gezielt gegen mich ermittelt und mir für alles die Schuld in die Schuhe schieben will". Am Dienstag wurde der 50-Jährige erneut einvernommen.
"Hausdurchsuchungen an sieben Standorten"
Parallel dazu haben die Ermittler unter SOKO-Leiter Bernhard Gaber wieder Tausende Unterlagen beschlagnahmt – nicht nur in Striedingers Haus am Wörthersee, sondern auch in seiner Investmentfirma in Klagenfurt. "Insgesamt hat es Hausdurchsuchungen an sieben Standorten gegeben", bestätigt der Sprecher der Klagenfurter Staatsanwaltschaft, Helmut Jamnig. Denn nicht nur der Ex-Banker steht unter Verdacht, auch ein Klagenfurter Rechtsanwalt und ein Steuerberater sind ins Visier der Fahnder geraten.
Sie sollen gemeinsam in dubiose Geschäfte verwickelt sein, die von Kärnten nach Kroatien und weiter zu Briefkastenfirmen in Liechtenstein führen. Diese Beziehungen sind allerdings nicht neu: Schon im Endbericht des ersten Hypo-Untersuchungsausschusses 2007 wurde aufgezeigt, wie der Jurist bei Immobilienspekulationen der Hypo in Kroatien mitgeschnitten haben soll. Auch die Rolle des einstigen Hypo-Steuerberaters ist bekannt – er gründete mit Striedinger Firmen in Liechtenstein.
Um Licht ins Dunkel zu bringen – es geht auch um potenzielle Geldwäsche – wurden die Kanzleien der Betroffenen sowie die Privathäuser durchsucht und kistenweise Material sichergestellt. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.
von Kerstin Wassermann und Hannes Wallner, "Kärntner Krone"
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