Die ersten Forschungsergebnisse stellten frühere Annahmen über Sternengeburten infrage und ebneten der künftigen Forschung neue Wege, so die Forscher.
Durch "Herschels" Beobachtungen einer sternbildenden galaktischen Blase mit dem wissenschaftlichen Namen RCW 120 (im Bild blau) konnte etwa ein Stern im Embryonalstadium entdeckt werden, der sich in mehreren Hunderttausend Jahren zu einem der größten und hellsten Sterne unserer Galaxie entwickeln dürfte. Er besitzt bereits jetzt die acht- bis zehnfache Masse der Sonne und ist noch von einer 2.000 Sonnenmassen starken Gas- und Staubwolke umgeben, von der er weiter Materie aufnehmen kann.
"Unmöglichen" Stern entdeckt
"Dieser Stern kann nur größer werden", meint Annie Zavagno vom Labor für Astrophysik in Marseille. Massive Sterne sind selten und kurzlebig. Einen solchen während seiner Entstehung einzufangen, bedeute die einmalige Chance, ein seit langem bestehendes Paradoxon in der Astronomie zu klären. "Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand ist es eigentlich nicht möglich, dass sich ein Stern bildet, der größer ist als acht Sonnenmassen", so Zavagno.
Viele dieser "unmöglichen" Sterne sind bereits bekannt, einige davon machen bis zu 150 Sonnenmassen aus. Jetzt hat "Herschel" einen solchen Stern am Anfang seiner Existenz beobachtet und Astronomen können mit Hilfe der gewonnenen Daten untersuchen, inwiefern er ihren Theorien widerspricht.
"Herschel" ist das größte jemals ins All geschickte Teleskop. Das nach dem deutschen Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel (1738-1822) benannte High-Tech-Instrument wurde im vergangenen Mai gestartet und wird im Idealfall bis weit ins Jahr 2013 hinein Daten sammeln und zur Erde senden.
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