29.08.2019 08:33 |

Betriebsstart 2020

Immer mehr Ärzte schließen sich zusammen

Seit Jahren befindet sich das Ärztesystem in Kärnten im „Grippe-Modus“. Immer öfter bleiben Kassenstellen unbesetzt, da sich schwer Nachfolger finden lassen. Mit der Zusammenlegung von Ordinationen will man das System aufpäppeln. Viele Ärzte haben bereits ihr Angebot umgestellt - oder tun es demnächst. Ein Überblick.

Das Herzstück für das Ärztesystem der Zukunft ist in Klagenfurt im Entstehen: Die erste Primärversorgungseinheit (PVE) in Annabichl. Drei Mediziner werden die Patienten täglich von 7 bis 19 Uhr versorgen. Auch diplomiertes Personal wird vor Ort angesiedelt.

Primärversorgungseinheit: Betrieb soll 2020 starten
Die Ausschreibung läuft - wie berichtet - bis Mitte September, 2020 soll der Betrieb dann starten. Aus Sicht der Gebietskrankenkasse (GKK) wird damit ein Stein ins Rollen gebracht. „Sobald andere Ärzte sehen, dass es funktioniert, werden weitere Standorte folgen“, so GKK-Direktor Johann Lintner. Der Plan: Bis 2021 soll es fünf PVE in Kärnten geben. Interesse gebe es bereits in Wolfsberg, St. Andrä, Friesach, Villach und Spittal.

Dass es in Kärnten länger gedauert habe, als anderswo, habe laut Lintner auch mit der anfänglichen Skepsis der Ärztekammer zu tun gehabt.

„Hausarzt war wie Familienmitglied“
Tatsächlich gibt es nach wie vor Bedenken, dass der persönliche Kontakt verloren gehe. „Der Hausarzt war wie ein Familienmitglied, vom Enkel bis zur Oma hat er alle gekannt, das wird seltener“, weiß Maria Korak-Leiter, Sprecherin der Allgemeinmediziner in der Ärztekammer. An der Fusionierung einzelner Ordinationen wird aber wohl kein Weg vorbeiführen. Korak-Leiter: „Es wird immer schwieriger, die Stellen nachzubesetzen. Auch im Lesachtal haben wir gerade lang gesucht.“

Immer mehr Ärzte machen daher heuer gemeinsame Sache: In Hermagor etwa schlossen sich vor zwei Wochen zwei Internisten zusammen. In Ruden fungieren seit April zwei Praktiker unter einem Dach. Das Modell funktioniere sehr gut, heißt es auf „Krone“-Nachfrage. Zeit für Interviews blieb allerdings keine - die Ärzte waren durchgehend im Einsatz.

Christian Rosenzopf
Christian Rosenzopf
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